Bioland will noch fairer werden

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Bioland, nach eigenen Angaben mitgliederstärkster Verband für Biolandwirtschaft, will seinen Einsatz für faire Preise und fairen Wettbewerb verstärken. „Wir brauchen faire und auskömmliche Preise“, unterstrich Präsident Jan Plagge am Montag anlässlich einer Pressekonferenz zum 50-jährigen Bestehen. Plagge stellte zudem für die nächsten Monate Initiativen in Aussicht, die über die geplanten gesetzlichen Regelungen zur Vermeidung unfairer Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) hi­nausgehen. Laut Plagge will man außerdem weiter daran arbeiten, den CO2-Ausstoß zu verringern, um so das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Plagge bekräftigte überdies die ablehnende Haltung gegenüber der Agrogentechnik.

Bioland wurde 1971 zunächst unter dem Namen bio gemüse e. V. nahe Reutlingen in Baden-Württemberg gegründet. Erst 1979 erfolgte die Umbenennung. Im selben Jahr beschlossen die Mitglieder auch die ersten Erzeugungsrichtlinien. Die Wurzeln reichen allerdings bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Damals tauschten sich Landwirtinnen und Landwirte aus Süddeutschland und der Schweiz in einem losen Netzwerk aus. Bioland hat heute nach eigenen Angaben 8 504 Mitgliedsbetriebe, die eine Gesamtfläche von 475 086 ha bewirtschaften. Der jährliche Mitgliederzuwachs liegt seit mehr als zehn Jahren bei 250 oder darüber. Dem Bioland-Landesverband NRW sind über 745 Mitgliedsbetriebe mit einer Gesamtfläche von rund 40 500 ha angeschlossen. Bundesweit zählt Bioland außerdem weitere 1 300 Unternehmen in Verarbeitung und Handel zu seinen Partnern.

Kritisch bewertet von Mitgliedern und Öffentlichkeit wurde die Zusammenarbeit, die Bioland vor knapp zweieinhalb Jahren mit dem Discounter Lidl eingegangen ist. Über die urteilt Plagge, dass davon alle profitiert hätten. Partnerschaften mit dem Handel brauche es auch, weil die zu vermarktenden Mengen mehr geworden sind. Vor allem die Bekanntheit von Bioprodukten und auch von Bioland sei dadurch gestiegen.

Außerdem sei schon früher Milch aus Bioland-Betrieben bei Lidl verkauft worden. Damals allerdings ohne Auslobung. Seither werde die Herkunft auch auf der Verpackung mit Bioland-Logo ausgezeichnet. Bioland, führte Plagge weiter aus, sei außerdem mittlerweile zu einer bekannten und starken Marke geworden. Mit Demeter und Trigema belege die Organisation die ersten drei Plätze der Best Brands 2020 für Deutschland, einem unter Marketingfachleuten angesehenen Markenranking. ds

Die Studie finden Sie hier: https://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/artenschutz-braucht-kleinteilige-agrarlandschaften