Biologische Vielfalt kontrovers diskutiert

Johannes Remmel

Aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln ist die Landwirtschaft zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt betrachtet worden, der am vergangenen Sonntag begangen wurde. Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Johannes Remmel kritisierte, dass die „intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen“ neben der Zerstörung naturnaher Lebensräume und dem Flächenfraß zu den Hauptursachen für den Artenschwund gehöre.

In dem Bundesland sei der Anteil der bereits ausgestorbenen Arten mit 8,2 % derzeit so hoch wie nie zuvor. Ferner seien etwa 45 % der beobachteten Tier- und Pflanzenarten aktuell in ihrer Existenz bedroht, berichtete der Minister. Besorgniserregend sei vor allem, dass die Gefährdung typischer Arten der Feldflur deutlich zunehme. Ähnlich äußerte sich der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Naturschutzbundes (NABU). Die Weichen für den Erhalt der Artenvielfalt müssten jetzt gestellt werden, wobei die Landwirtschaft als einer der größten Verursacher des Artensterbens besonders gefragt sei. Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) richtete den Blick dagegen auf die Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturarten und erneuerte seine Forderung nach praktikablen europäischen Vorgaben zur Umsetzung des Nagoya-Protokolls und einer Stärkung des Internationalen Vertrages für pflanzengenetische Ressourcen (ITPGRFA). Pflanzenzüchter leisteten durch die kontinuierliche Entwicklung neuer Sorten einen maßgeblichen Beitrag zum Erhalt und zur Erweiterung der Biodiversität, hob der BDP hervor. Dafür seien der Zugang und die Nutzung eines weltweiten Genpools elementar.