Die am Friedrich-Loeffler-Institut angesiedelte „Ständige Impfkommission Veterinärmedizin“ (StIKo Vet) hat Anfang Februar in einer Stellungnahme Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit empfohlen. Hintergrund ist, dass von Experten das Risiko einer Einschleppung aus Südost-Europa mit dem Serotyp 4 sowie aus Richtung Frankreich mit dem Serotyp 8 als wahrscheinlich bis hoch angesehen wird. Eine Blauzungenepidemie würde in Deutschland zu erheblichen Schäden und Leiden bei Schafen, Ziegen und Rindern führen. Nach Angaben der StIKo Vet sind Impfstoffe, die die fraglichen Serotypen enthalten, derzeit aber nicht in der erforderlichen Menge auf dem Markt verfügbar. Sobald die Impfung nach der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung zulässig ist und Impfstoffe zur Verfügung stehen – hiermit werde in den nächsten Monaten gerechnet –, empfiehlt die Kommission eine verpflichtende Impfung zunächst in den zu erwartenden Eintragsregionen. Zugleich empfiehlt die StIKo Vet Vorbereitungen für deutschlandweite Pflichtimpfungen ab dem Jahr 2017. Da nach Einschätzung der Experten die Blauzungenkrankheit das Bundesgebiet in absehbarer Zeit erreichen wird, schlägt die Kommission Firmen, die sich dazu in der Lage sehen, die Entwicklung sogenannter bivalenter Impfstoffe vor, die beide Serotypen der Krankheit gleichzeitig abdecken.