Der Spargel ist wieder da! Diese Botschaft ging am Mittwoch vergangener Woche von Wesel aus in die Medienwelt. Zur offiziellen Spargelsaisoneröffnung auf dem Spargel- und Obsthof Heinen mit NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen waren zahlreiche Vertreter der Tageszeitungen, von Radio- und Fernsehsendern gekommen. Sie alle ließen sich vom Dauerregen, der teilweise Bäche zwischen die Spargeldämme gezaubert hatte, nicht abhalten.
Obwohl der März recht kühl und regnerisch war, konnten vor allem am Niederrhein und im Süden Nordrhein-Westfalens Ende März und damit noch rechtzeitig vor Ostern die ersten Stangen geerntet werden. Seit Mitte April ist die Ernte in vollem Gange und auch in diesem Jahr wird es wieder regionalen, gesunden, leckeren Spargel in allen Preisklassen geben, so die Nachricht an die Verbraucher. „Spargel ist jedes Jahr ein kulinarischer Höhepunkt in Nordrhein-Westfalen. Die rund 360 Spargelbetriebe in Nordrhein-Westfalen, die meisten von ihnen von Familien geführt, bieten das traditionelle Frühlingsgemüse in gewohnt hochwertiger Qualität an. Wir blicken hoffnungsvoll auf eine gute Spargelsaison, denn auch die Spargelbäuerinnen und Spargelbauern hatten zuletzt mit steigenden Kosten durch Energiepreise und Inflation zu kämpfen“, so Silke Gorißen. „Keine andere Gemüseart wird in Deutschland so intensiv von Erzeugern selbst vermarktet. Hier liegt die Chance, mit Verbrauchern an Wochenmärkten oder bei Hofläden ins Gespräch zu kommen und sie von der besonderen Qualität und Frische des heimischen Frühlingsgemüses zu überzeugen.“
„Obwohl die jungen Triebe des Spargels zu über 90 % aus Wasser bestehen, sind sie unglaublich reich an Nährwerten. Spargel ist gesund und obendrein noch kalorienarm“, warb Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp für die gesundheitlichen Vorzüge des weißen Goldes. Sie zeigte sich sehr erfreut, dass die offizielle Spargelsaisoneröffnung in diesem Jahr am Niederrhein in Wesel stattfand. In ihrer Ansprache würdigte sie die schwere körperliche Arbeit der Spargelstecher, die heute überwiegend aus Rumänien kommen. Spargel sei für die Region zu einem wichtigen Wirtschaftsgut herangewachsen. Abschließend appellierte die Bürgermeisterin an die Konsumenten: „Bleiben Sie bei der Stange!“
Kammerpräsident Karl Werring betonte, dass die meisten Saisonarbeitskräfte dank guter Beziehungen gerne auf die Betriebe kämen und mit sogenannten Spargelspinnen eine Erleichterung bei der Arbeit hätten. Demgegenüber hätten sich Spargelvollernter nicht durchgesetzt und die selektiven Spargelernteroboter seien noch in Entwicklung. Außerdem unterstrich Werring die kulinarischen und nachhaltigen Vorzüge des heimischen Spargels gegenüber weit angereistem Importspargel.
Die neue Imagekampagne deutschlandspargel.de mit ihrem „Tag des deutschen Spargels“, der am 5. Mai erstmals stattfinden soll, stellte Willy Kreienbaum, Vorsitzender des Vereins Spargel-anbauer Westfalen-Lippe, vor. Initiiert vom bundesweiten Spargelnetzwerk und von befreundeten Verbänden soll der Aktionstag Aktivitäten im Direktverkauf und im regionalen Lebensmittel-einzelhandel (LEH) bündeln. „Ziel ist es, mit einer provokanten, humorvollen und heimatbasierten Anzeigenkampagne auf Spargel aufmerksam zu machen, damit wieder mehr Wert auf einheimisch erzeugtes Gemüse gelegt wird“, so Kreienbaum.
Gastgeber des Pressegesprächs waren Peter und Julius Heinen, die in Wesel-Obrighoven auf 18 ha Bleich- und Grünspargel anbauen und über ihren Hofladen sowie Stände und Wochenmärkte direkt und frisch an die Verbraucher abgeben. Außerdem gedeihen Erdbeeren, Süßkirschen sowie Äpfel in dem Familienbetrieb und rund 500 Hühner liefern Eier für die Direktvermarktung. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Produkte nachhaltig entstehen. Deshalb haben wir uns entschlossen, unseren Spargel auf bio umzustellen. Seit April letzten Jahres wächst er unter Bio-Vorgaben. Verkaufen können wir unseren Bio-Spargel wegen der Umstellungsfrist allerdings erst ab 2025“, so Peter Heinen. Die Verbraucher in Wesel und Umgebung können sich also schon mal auf Bio-Spargel freuen.
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