Die Ankündigung des Discounters Lidl, vorübergehend die Preise für deutsche Kartoffeln zu senken und Landwirte direkt zu unterstützen, findet Anklang in der Branche. Der Deutsche Kartoffelhandelsverband (DKHV) bewertet die Aktion gegenüber AGRA Europe als „positives Zeichen“, dass punktuell helfen werde. Lidl ermöglicht die aktuelle Preissenkung eigenen Angaben zufolge durch einen bewussten Margenverzicht. Zudem bietet der Discounter ab dem 24. November bis auf Weiteres deutsche Speisekartoffeln auch in Säcken von 10 Kilogramm an. Für jeden verkauften Sack sollen zusätzlich 20 Cent an die Landwirte ausgezahlt werden, die an der Aktion beteiligt sind. Weitere Angaben zu dem konkreten Margenverzicht oder der Anzahl der teilnehmenden Landwirte gab Lidl aus Wettbewerbsgründen nicht preis.
Solche Aktionen können aus Sicht des DKHV dazu beitragen, zusätzliche Vermarktungswege zu öffnen und Verbraucher stärker für heimische Ware zu sensibilisieren. Die derzeitige Überkapazität betreffe aber vor allem Verarbeitungsware wie Pommes- und Chipskartoffeln, die sortenspezifisch angebaut und nicht einfach in den Speisemarkt verschoben werden könne, stellte der Handelsverband klar. Vertraglich gebundene Kartoffeln seien nicht betroffen. Begrüßenswerte Aktionen im Einzelhandel ersetzten auch nicht die strukturellen Maßnahmen, an denen der Verband gemeinsam mit Landwirten, Handel und Verarbeitern arbeite. Das sind laut DKHV verbesserte Mengensteuerung, stärkere regionale Wertschöpfung und mehr Transparenz entlang der Lieferkette.
Die Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) begrüßt auf Nachfrage generell Aktionen des Lebensmitteleinzelhandels, die heimische Kartoffeln in den Fokus stellten. Insgesamt dürfe es aber kein leeres Versprechen sein, dass die Produzenten von einer Aktion profitierten.
AgE