In der Blutprobe einer Kuh aus dem Landkreis Bitburg-Prüm hat das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) vergangene Woche das Blauzungenvirus (BTV) des Serotyps 3 nachgewiesen. Wie das Veterinäramt der Kreisverwaltung Kaiserslautern mitteilte, handelt es sich um den ersten BTV-3-Fall in Rheinland-Pfalz. Das Bundesland verliert damit den Status „frei vom Virus der Blauzungenkrankheit“.
Das hat zur Folge, dass für empfängliche Tierarten wie Schafe, Ziegen oder Rinder nun Verbringungsbeschränkungen in Kraft treten. Dabei wird zwischen Nutz- und Schlachttieren unterschieden. Auch gibt es unterschiedliche Regeln für den Transport in freie und nicht von BTV freie Bundesländer und EU-Mitgliedstaaten. So müssen beispielsweise Zucht- und Nutztiere 14 Tage vor dem Verbringen in freie Gebiete durch Insektizide oder Repellents vor Vektorangriffen geschützt und danach vor dem Transport negativ getestet werden.
Im September 2023 waren erstmals Infektionen mit BTV-3 bei Schafen in den Niederlanden aufgetreten. Es folgte dem Veterinäramt zufolge eine sehr schnelle Ausbreitung über das ganze Land. Über 6 900 niederländische Betriebe sind zwischenzeitlich infiziert. Auch in Belgien und Großbritannien wurde BTV-3 nachgewiesen. Im Oktober 2023 wurden die ersten Infektionen mit BTV-3 bei Schafen in Nordrhein-Westfalen festgestellt. Kurz darauf kam es zu ersten Infektionen bei Schafen in Niedersachsen.