Schnelle Lösungen, um den Rückstau am deutschen Schlachtschweinemarkt aufzulösen und damit die Erzeugerpreise nach oben zu bringen, sind weiterhin nicht in Sicht. Deshalb will der Bund jetzt Finanzhilfen für die krisengeschüttelten Schweinehalter prüfen. Das hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am vergangenen Freitag bei einer Videoschalte mit ihren Amtskollegen aus den Ländern zur prekären Lage am Schweinemarkt angekündigt. Damit Gelder aus den Corona-Nothilfen fließen könnten, müsse allerdings ein Bezug der finanziellen Schäden zur Pandemie nachgewiesen werden, sagte die Ministerin.
Grundsätzlich offen für finanzielle Hilfen zugunsten von schweinehaltenden Betrieben zeigte sich auch der CDU-Haushaltspolitiker Christian Haase. „Wir haben die schwierige Lage der Schweinehalter auf dem Schirm“, erklärte Haase gegenüber Agra-Europe. Der Bundestagsabgeordnete verwies auf im Haushalt eingestellte Corona-Hilfen. Da gebe es noch Luft. Haase nannte zwei Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung. Zum einen müssten etwaige Finanzhilfen streng am Bedarf ausgerichtet sein; „eine Gießkannenförderung wird es nicht geben“, stellte der CDU-Politiker klar. Zum anderen müssten sich die Länder beteiligen. Der Bund könne nicht mehr sämtliche Zahlungen allein stemmen. „Die Länder müssen mit ins Boot“, so Haase. Im Vorfeld des Krisengipfels hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) rasche Maßnahmen zur Abwendung eines weiteren Strukturbruchs in der Schweinehaltung angemahnt. „Unsere Schweinehalter erleben derzeit die größte Krise seit Jahrzehnten“, machte DBV-Präsident Joachim Rukwied deutlich. AgE