Bund will auch halbieren

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wird im nächsten Jahr ein Pflanzenschutzmittel-Reduktionsprogramm vorlegen. Das hat Staatssekretärin Silvia Bender anlässlich eines Treffens zur Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) vergangene Woche in Bonn angekündigt. „Wir haben uns für eine nachhaltigere Landwirtschaft ambitionierte Ziele gesetzt“, erläuterte Bender. Eines davon gebe auch die europäische Farm-to-Fork-Strategie mit ihrer Zielsetzung vor, bis 2030 den Einsatz und das Risiko von Pflanzenschutzmitteln insgesamt um 50 % zu reduzieren. Damit es hier vorangehe, müsse man gemeinsam an der Pestizidreduktion arbeiten. Für die Staatssekretärin ist das „ein wichtiger Baustein, um Gewässer und Grundwasser, Luft und Boden, Insekten und die menschliche Gesundheit gesund zu halten und damit die Landwirtschaft zukunftsfest aufzustellen“.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) reagierten zurückhaltend. Bernhard Krüsken, Generalsekretär des DBV, warnte vor einem nationalen Alleingang: „Brüssel muss den Rahmen setzen, bevor in Deutschland bereits Pflöcke eingeschlagen werden.“ Nationale Reduktionsziele könnten nur gesetzt werden, wenn der Ausgang der Verhandlungen über den EU-Verordnungsentwurf zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (SUR) feststehe, so Krüsken. Der Bauernverband sei offen für eine weitere Minderung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Voraussetzung sei, dass dieser Prozess sachgerecht erfolge und eine produktive Landwirtschaft nicht infrage stelle: „Pflanzenschutz muss möglich bleiben, sowohl im ökologischen wie im klassischen Landbau“, betonte der Generalsekretär. Verlagerungseffekte und eine Gefährdung der Ernährungssicherung müssten ausgeschlossen werden.