Angesichts einer sich vertiefenden Kluft zwischen der Landwirtschaft und ihrem gesellschaftlichen Umfeld werben die Agrarsprecher von CDU und CSU für einen neuen Gesellschaftsvertrag und positionieren sich damit unmittelbar vor dem Start der Zukunftskommission Landwirtschaft.
Für einen neuen gesellschaftlichen Konsens müssten Leitbilder entwickelt werden, an denen sich Landwirtschaft und Agrarpolitik der Zukunft orientieren könnten, heißt es in der am Freitag vergangener Woche verabschiedeten „Hannoverschen Resolution“. Ferner müssten die Mehrkosten beziffert werden, die aus der Umsetzung gesellschaftlich mehrheitsfähiger Leitbilder resultierten, und außerdem Finanzierungs- und Vertragsmodelle entwickelt werden, die landwirtschaftlichen Betrieben die Erbringung von Gemeinwohlleistungen erlaubten und Planungssicherheit böten. Die Agrarpolitiker von CDU und CSU plädieren in ihrer Resolution dafür, Konzepte für eine soziale Flankierung veränderter Produktionsstandards auszuarbeiten und den Rechtsrahmen für die Umsetzung des neuen Gesellschaftsvertrags zu setzen, um eine gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen. Es sollte fortlaufend ein umfassender Informationsprozess und Dialog mit allen gesellschaftlichen Anspruchsgruppen geführt werden, heißt es weiter in der Resolution. Außerdem sei es notwendig, den digitalen und technologischen Fortschritt verstärkt voranzutreiben und die deutsche Landwirtschaft in diesem Sinne in allen ihren Strukturen durch eine angemessene Unterstützung zu sichern.
Ein neuer Gesellschaftsvertrag sollte nach Ansicht der Unions-Agrarsprecher den Landwirten ermöglichen, den gesellschaftlichen Erwartungen an die Branche gerecht zu werden und trotzdem wirtschaftlich erfolgreich zu sein, um den Lebensunterhalt für ihre Familien erwirtschaften zu können. AgE