Die CDU/CSU setzt in strittigen EU-Agrarthemen auf Machtworte der Chefin. In einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen fordern Fraktionsvize Steffen Bilger und Agrarsprecher Albert Stegemann bei den Themen Flächenstilllegung, Pflanzenschutz und Wolf neue Weichenstellungen für die europäische Landwirtschaft. Den CDU-Politikern zufolge gelten die Gründe unverändert fort, die Stilllegung von 4 % der Ackerflächen in diesem Jahr auszusetzen. „Europa muss seiner Verantwortung für die globale Ernährungssicherung gerecht werden und seine Potenziale zur nachhaltigen und ressourceneffizienten Nahrungsmittelerzeugung zielgerichtet ausschöpfen“, heißt es in dem Schreiben. Die verpflichtende Flächenstilllegung müsse daher auch 2024 ausgesetzt bleiben.
Für massive Verunsicherung sorgen laut Bilger und Stegemann nach wie vor die Brüsseler Pläne zur künftigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. „Die weiterhin im Raum stehenden pauschalen Verbote innerhalb einer weiträumigen Flächenkulisse bedrohen die Geschäftsgrundlage vieler Landwirte, gerade im Bereich des Obst- und Weinbaus“, so die beiden Abgeordneten. Es bedürfe daher einer unmissverständlichen Klarstellung der EU-Kommission, dass die Verordnung zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (SUR) in dieser Form nicht kommen werde. Beim Umgang mit dem Wolf fordern Bilger und Stegemann ein Ende des „Ping-Pong-Spiels“ auf dem Rücken der Landwirte und der Menschen im ländlichen Raum. Einerseits verweise die EU-Kommission auf rechtliche Spielräume der Mitgliedstaaten. Andererseits erkenne beispielsweise Deutschland diese Spielräume weder an, noch würden die Bundesländer bei der Erarbeitung von Managementplänen unterstützt.