Chinesen kaufen Molkereigenossenschaft

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Die mehr als 100 Jahre alte Genossenschaftsmolkerei Westland auf der Südinsel Neuseelands wird am 1. August in chinesische Hände übergehen. Am Donnerstag vergangener Woche gab der Oberste Gerichtshof des Landes grünes Licht für den Verkauf. Neuer Eigentümer der viertgrößten Molkerei Neuseelands ist eine Tochtergesellschaft der Yili Industrial Group, dem größten Produzenten von Molkereiprodukten in China, der 2008 in den Melanin-Skandal verwickelt war. Nach Angaben von Westland beträgt der Kaufpreis umgerechnet 351 Mio. €, von denen die gut 400 Anteilseigner 174 Mio. € erhalten werden; mit dem Rest müssen Schulden und Verbindlichkeiten der wirtschaftlich angeschlagenen Molkerei bezahlt werden. Im Jahr 2018 hatte Westland rund 690 Mio. kg Milch verarbeitet und einen Erlös von 414 Mio. € erzielt. In den vergangenen Jahren konnte aufgrund der hohen Schulden aber nur ein unterdurchschnittlicher Milchpreis gezahlt werden, weshalb die Genossenschaftsmitglieder mit großer Mehrheit für den Verkauf der Traditionsmolkerei stimmten. Yili hat sich verpflichtet, auch weiterhin die Milch von allen bisherigen Lieferanten abzuholen und die Auszahlungsleistung für zehn Jahre an den Erzeugerpreis von Fonterra anzugleichen.