Polenta und Schnecken passen gut zusammen – im Tessin ist die Schweiz dem Nachbarland Italien ganz nah: kulturell, klimatisch und kulinarisch.
Das Tessin ist die Sonnenstube der Schweiz. Der ursprünglich aus Südamerika stammende Mais fühlt sich hier sehr wohl. Und wer im Tessin von Mais spricht, meint denjenigen, der für die Zubereitung von Polenta – ein aus Maisgrieß hergestellter fester Brei –
genommen wird. Der Maisbrei war einst in aller Munde, ein Essen, das sich auch die Ärmsten leisten konnten, verlor jedoch mit steigendem Lebensstandard an Popularität.
Dass alte Tessiner Maissorten vor dem Aussterben bewahrt wurden, ist vor allem Paolo Bassetti zu verdanken. Vor über 20 Jahren gründete der Agraringenieur sein Unternehmen, unter anderem mit dem Ziel, den Anbau und die Verwertung von Mais für die Herstellung von Tessiner Polentagrieß wiederzubeleben. 1998 übernahm er das Projekt „Mais per Polenta Ticinese“ (Mais für Tessiner Polenta), es basierte auf Versuchen der Eidgenössischen Landwirtschaftlichen Forschungsanstalten in Cadenazzo.
Mehr in LZ 48-2023 ab S. 54
„Da sind wir sehr italienisch“
Foto: Petra Jacob