Damit frau nicht mit leeren Händen dasteht

Foto: Silke Bromm-Krieger

Frauen auf den Höfen sollten sich rechtzeitig um eine eigene finanzielle Absicherung kümmern. Schnell kann ihre Lebensgrundlage durch eine Trennung, Scheidung oder den Tod des Partners gefährdet sein, weiß Angelika Sigel. Die Diplom-Agraringenieurin und systemische Familientherapeutin arbeitet seit über 30 Jahren bei einer landwirtschaftlichen Familienberatungsstelle. Hier berichtet sie aus ihrem Beratungsalltag und gibt Tipps.

Immer wieder erlebt Angelika Sigel, dass Frauen in einer Trennungssituation fachlichen Beistand bei ihr suchen. Die Geschichten, die sie erzählen, ähneln sich. So hatten sich etliche auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Mannes mit Herzblut und Know-how eingebracht. Oft gaben sie dafür ihre eigene Erwerbstätigkeit auf oder reduzierten diese. Schließlich wollten sie sich gemeinsam mit dem Partner erfolgreich etwas aufbauen. Manche butterten dafür sogar eigene Ersparnisse oder elterliche Erbteile zu, teilweise arbeiteten sie unentgeltlich mit. Erst als es in der Beziehung zu kriseln begann, wurde ihnen schmerzlich bewusst, dass sie sich vorher nicht genügend Gedanken um ihre Risikoabsicherung gemacht hatten. Häufig mussten sie deshalb nach der Trennung mit leeren Händen vom Hof gehen und in eine finanziell ungewisse Zukunft starten.

„Damit das nicht passiert, ist es wichtig, dass ein Paar früh und in konfliktfreien Zeiten offen über das Thema der finanziellen Absicherung der Frau spricht. Es darf kein Tabu sein. Auch wenn dies auf den ersten Blick unangenehm sein mag, beugt es doch späteren Enttäuschungen und Streitigkeiten vor“, ist Angelika Sigel überzeugt. Sich über die Rechtslage gründlich zu informieren und mit einem Anwalt oder Notar einen entsprechenden Ehevertrag aufzusetzen, halte sie keineswegs für unromantisch oder übertrieben, sondern für selbstverständlich und dringend geboten.

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