Weil noch ein anderes Feld zu bestellen war, mussten am vergangenen Dienstag die Teilnehmer des diesjährigen Erntedankempfangs von Umwelt- und Agrarministerin Ursula Heinen-Esser Geduld mitbringen. Ursache war die Vorstellung von Hendrik Wüst als Kandidat für den Vorsitz der CDU in NRW und möglichen Ministerpräsidenten, wenn der jetzige Amtsinhaber Armin Laschet sein Versprechen einlöst und infolge der Bundestagswahl nach Berlin geht. Somit blieb den Gästen aus Politik, Verbänden und Verwaltung genügend Zeit, um eine andere Veränderung etwas näher in Augenschein zu nehmen. Denn der Empfang fand erstmalig im Atrium des neuen Dienstsitzes am Emilie-Preyer-Platz in Düsseldorf statt. Den hatte das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) erst vor wenigen Wochen bezogen. Nun sind dort alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Standort vereint.
Veränderungen waren auch ein Thema in der angesichts der Verzögerung kurz gehaltenen Grußansprache von Heinen-Esser. In den Vordergrund stellte sie, dass Dankbarkeit und Demut angebracht sind, wenn es um die Versorgung mit Lebensmitteln geht. Dabei wies sie auch auf die Handlungsfähigkeit der Branche unter den schwierigen Bedingungen in der Coronakrise hin. Allerdings stellte sie auch fest, dass die Wertschätzung nicht mehr so wie früher wäre. Es gäbe viele Schuldzuweisungen in Richtung Landwirtschaft. Hier sei es aber notwendig, sich mehr damit zu befassen, was jeweils die Ursachen für Probleme seien. Heinen-Esser bekannte sich zu einer Agrarpolitik, die den Betrieben klare Leitplanken aufzeigt. Gleichwohl machte sie aber deutlich, dass die einzelnen Anforderungen nicht das alleinige Thema seien, sondern auch, wie kompliziert sie und ihre Umsetzung heute seien.
ds