LZ | Rheinland: Wo lässt sich am Insektenschutzpaket des Bundes noch nachbessern?
U. Heinen-Esser: Das Insektenschutzgesetz liegt jetzt im Bundestag. Hier können wir als Länder nicht mehr ein-greifen. Der Bundesrat kann zwar Einspruch erheben, aber dafür wird keine Mehrheit zustande kommen. Anders ist es bei der Pflanzenschutzmittelanwendungsverordnung. Dieser muss der Bundesrat aktiv mit mindestens 35 Stimmen zustimmen. Wir werden also noch darüber diskutieren müssen, auch darüber ob jedes Thema in dieser Verordnung ordnungsrechtlich geregelt werden muss. Dies wiederum nimmt uns die Möglichkeit zur gezielten Förderung. Das sehe ich deswegen kri-tisch. Wir bereiten gerade unsere Stellungnahme dazu vor und werden mit anderen Bundesländern das Gespräch dazu suchen
LZ | Rheinland: Welche Eco-Schemes bevorzugen Sie?
U. Heinen-Esser: Die freiwillige Aufsto-ckung der nicht produktiven Fläche gemäß Konditionalität (GLÖZ 9) durch weitere Brachen und Landschaftsele-mente. Die Förderung der Biodiversität indem diese nichtproduktiven Flächen etwa durch die Anlage von Blühstreifen aufgewertet werden. Bei den produktionsintegrierten Maßnahmen setzen wir uns für die vielfältigen Kulturen im Ackerbau und die Weidenutzung von Dauergrünland mit Schafen, Ziegen oder Mutterkühen mit ihren vielfältigen Effekten für Landschaftserhalt und Tierwohl ein
LZ | Rheinland: Ein anderes Thema. Es hat gerade ein Gutachten zur Verhaltensauffälligkeit der landläufig als Glo-ria bezeichneten Wölfin im Wolfsgebiet Schermbeck gegeben. Was ist die wich-tigste Erkenntnis?
U. Heinen-Esser: Die Wölfin ist zurzeit nicht verhaltensauffällig. Zum einen ist die Zahl der Risse in den zurückliegen-den Jahren mit 18 bis 20 Vorfällen weit-gehend konstant geblieben. Zum ande-ren fanden diese weit überwiegend auf unzureichend geschützten Weiden statt. In der DBBW-Stellungnahme heißt es, dass Wölfin GW954f in den meisten Fällen gar keine oder nur geringe Schutzmaßnahmen überwinden musste. Sollten die Nutztierrisse aber deut-lich zunehmen, muss man die Situation neu bewerten.
Das ganze Interview lesen Sie in LZ 9-2021 ab S. 14