Ein Glas mit 500 g Honig steht für die Lebensleistung von rund 200 Bienen. Durchschnittlich lebt eine Honigbiene im Sommer sechs Wochen, davon ist sie aber nur etwa 10 bis 16 Tage am Ende ihres Lebens als Sammlerin aktiv. Die meiste Zeit verbringt die Biene im Dunkel des Bienenstocks als „Innendienst-biene“: Sie bewacht den Eingang zum Stock, legt Futtervorräte für den Winter an, pflegt die Brut und so weiter. Dann geht es hinaus: An ertragreichen Tagen können die Sammlerinnen eines Volkes mehrere Kilogramm Blütennektar einfliegen. In Nordrhein-Westfalen umsorgen gut 17 000 Imker rund 107 000 Bienenvölker. Deutschlandweit wurden nach einer Erhebung des Deutschen Imkerbundes im Jahr 2020 über 982 000 Bienenvölker gehalten. Das sind 4 % mehr als im Vorjahr und rund 43 % mehr als vor zehn Jahren. Der Durchschnittsertrag je Volk lag im Jahr 2020 bei 29,8 kg (+ 17 % gegenüber 2019), die deutsche Gesamterzeugung bei 29,2 Mio. t Honig.
Die Honigbiene ist von wirtschaftlicher, ideologischer und vor allem großer ökologischer Bedeutung: Laut Deutschem Imkerbund hängen rund 85 % der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau in Deutschland von der Bestäubung durch die Honigbiene ab. Die westliche Honigbiene zählt europaweit etwa 25 Unterarten, davon werden vier Bienenrassen in Deutschland gehalten. Der Großteil der Artenvielfalt in Deutschland wird durch die gut 550 Wildbienenarten bestimmt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Wildbienen und andere Insekten bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen eine entscheidende Rolle spielen und Erträge maßgeblich steigern können.
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