Das Problem mit dem Protein

Foto: Holger Fechner

Rückmeldungen aus der Praxis und dem Handel zeigen, dass in diesem Jahr nur etwa 35 bis 50 % der Weizenpartien einen Proteingehalt von mehr als 11,0 % haben und damit nur eingeschränkt als Backweizen zu vermarkten sind. Wo liegen die möglichen Ursachen für die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringeren Werte? Johannes Roeb und Holger Fechner, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, geben Antworten.

Der Anbau von Winterweizen in Nordrhein-Westfalen wird von B-Sorten dominiert. Besonders in den klassischen Ackerbauregionen sind Sortenwahl, Düngung und sonstige Kulturführung darauf ausgelegt, Backweizen zu erzeugen. Aufschläge für A-Qualitäten werden gerne mitgenommen, sofern diese nicht mit geringeren Erträgen einhergehen. Die Anforderungen an die verschiedenen Qualitätsgruppen werden vom Handel festgelegt: Abgesehen von Fallzahl, Sedimentationswert und Hektolitergewicht ist vor allem ein ausreichend hoher Proteingehalt entscheidend. Meist wird für B-Weizen ein Rohproteingehalt von mindestens 12,0 % gefordert. Dieses Qualitätsziel wurde zur Ernte 2022 oft nicht erreicht. Die entsprechenden Partien ließen sich entweder nur mit Abschlägen oder als Futterweizen vermarkten.

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