Aufgrund der existenzbedrohenden Lage der hiesigen Schweinehaltung haben der Deutsche Bauernverband (DBV) und seine Landesbauernverbände einen dringenden Appell an die Politik für eine sofortige Unterstützung der betroffenen Betriebe gerichtet. „Unsere Bauern brauchen dringend eine Perspektive, wie sie ihre Betriebe zukunftsfest aufstellen können. Wir können uns keinen weiteren Stillstand leisten“, betonte DBV-Präsident Joachim Rukwied am Mittwoch vergangener Woche in Berlin. Um notwendige Investitionen in mehr Tierwohl zu ermöglichen und den Betrieben Planungssicherheit zu geben, sei die Politik jetzt gefordert, das Bau- und Umweltrecht anzupassen sowie die Finanzierung des Umbaus sicherzustellen. Weiter fordert der DBV, die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Bundesländer und Landwirte mit Nachdruck zu unterstützen und die ASP endlich konsequent zu bekämpfen.
Der Bauernverband forderte zudem auch alle Marktpartner auf, alles dafür zu tun, um die Schweinehaltung in Deutschland zu erhalten. Dazu gehöre auch eine Erweiterung der Initiative Tierwohl (ITW) auf Fleisch- und Wurstwaren. Der DBV bekräftigte seine langjährige Forderung nach einer verpflichtenden Haltungs- und Herkunftskennzeichnung im Sinne von „5 mal D“. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG), das Netzwerk Sauenhaltung Schleswig-Holstein und die VzF GmbH begrüßten die wachsende Unterstützung für 5xD und forderten ebenfalls, diesen Standard jetzt auch bei der ITW und der QS Qualität und Sicherheit GmbH zu etablieren. Falls der DBV und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) 5xD jetzt auch kurzfristig in den Reihen von ITW beziehungsweise im QS-System umsetzen würden, wäre der ganzen Wertschöpfungskette einschließlich der Ferkelerzeuger geholfen und die Glaubwürdigkeit einer Herkunft deutlich gestärkt. Dieses gelte besonders vor dem Hintergrund der in anderen Ländern erlaubten unterschiedlichen Kastrationsmethoden. Für 5xD bei allen Schweinefleischprodukten und die Unterstützung der notleidenden Schweinehalter, beispielsweise kurzfristig durch Corona-Überbrückungshilfen, spricht sich auch die ISN aus. Auch mittelfristig würden finanzielle Hilfen benötigt, doch sollte der Fokus dabei auf den weiter aktiven schweinehaltenden Betrieben liegen. Eine reine Ausstiegsprämie nach dem niederländischen Vorbild werde dem nicht gerecht. Diese führe lediglich zur Verlagerung der Erzeugung ins Ausland, befürchtet die ISN.
AgE