Die digitale Transformation in der Landwirtschaft muss hierzulande mit deutlich mehr Nachdruck vorangebracht werden. Das hat Prof. Arno Ruckelshausen von der Hochschule Osnabrück vergangene Woche auf dem Ackerbauforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) im badischen Kippenheimweiler angemahnt. Der Wissenschaftler, der schwerpunktmäßig im Bereich innovativer Technologien in der Landwirtschaft forscht, betonte, dass der Bauer einen klaren Nutzen von einem neuen System haben müsse. Und dieser Nutzen müsse kommuniziert werden. Daher sollten die Systeme zusammen mit dem Berufsstand entwickelt werden.
Daneben hält der Physiker eine massive Förderung digitaler Systeme für erforderlich. Eine andere Baustelle machte Ruckelshausen in der Datenkompetenz gerade junger Menschen aus. Diese könnten zwar mit dem Smartphone umgehen und Dateien verschicken, die Daten an sich aber nicht einordnen. Der Hochschullehrer sprach in dem Zusammenhang von einem „Bildungs-GAU“ und plädierte dafür, diese Thematik stärker in die Lehrinhalte zu integrieren. Eine erfolgreiche Digitalisierung ist für Ruckelshausen erreicht, wenn nicht mehr darüber gesprochen werden muss. Nach Einschätzung des DBV braucht es eine gezieltere Beratung bei neuen Technologien. Dies war seine Hauptbotschaft beim diesjährigen Ackerbauforum in Südbaden.
Aus Sicht des Vizepräsidenten des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Erich Gussen, muss bei den digitalen Anwendungen im Ackerbau die Datenhoheit geklärt werden. Die Vertreter des Handels und der Landtechnik versuchten wiederum, diese Sorge der Landwirte aus dem Weg zu räumen, und verwiesen auf die Vorteile, die sich aus der Weitergabe von Daten ergeben.