Mit Blick auf die zum Jahreswechsel angetretene EU-Ratspräsidentschaft seines Landes hat der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie die diesbezüglichen Ambitionen der Pariser Regierung unterstrichen. Er werde „unsere Werte nach Brüssel tragen“, erklärte der Minister im Rahmen seiner Neujahrspressekonferenz. Oberste Priorität wird Frankreich laut Denormandie Wettbewerbsverzerrungen durch Importe einräumen. Die Einfuhr von Waren, die unter niedrigeren Standards in Drittländern produziert worden seien, sei „Unsinn“ und könne nicht länger akzeptiert werden, betonte der Minister. Der Zugang zum gemeinsamen Markt müsse von der vollständigen Einhaltung der europäischen Produktionsstandards abhängig gemacht werden. Denormandie verwies in diesem Zusammenhang erneut auf den Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung in der Mast. Mehr als zehn Jahre nach dem hiesigen Verbot dieser Praxis werde man endlich sicherstellen, dass dies auch bei Importen durchgesetzt werde.
„Systematisch“ bekämpft werden sollen laut dem Minister auch Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Gemeinschaft. Alle Fragen des Pflanzenschutzes müssten auf europäischer Ebene diskutiert werden. Voranbringen will Frankreich Denormandie zufolge außerdem die Speicherung von Kohlenstoff in landwirtschaftlich genutzten Böden sowie die Verringerung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel. Um die Landwirte dabei nicht in Sackgassen zu führen, sei es insbesondere notwendig, eine einheitliche Definition für biologische Pflanzenschutzmittel zu erarbeiten und die Rahmenbedingungen für neue Technologien wie Drohnen anzupassen.
AgE