Der in Erftstadt-Ahrem und Erftstadt-Borr gewachsene Popcornmais hat sich prächtig entwickelt. Inzwischen ist die Ernte eingeholt und erstes Popcorn auch schon hergestellt und verputzt.
Aus reinem Interesse, aber auch, um ihre Kollegen künftig genau über die verschiedenen Wachstumsphasen der eigentlich in Südamerika beheimateten Popcorn-Maispflanze zu informieren, haben Jörg Hoffsümmer in Ahrem und sein Berufskollege Günther Schmitz in Borr ihre kleinen Versuchsäcker mehr als üblich im Auge behalten. Über mannshoch standen die Pflanzen, als Anfang Oktober die Ernte eingeläutet wurde. Jeder Kolben musste mit der Rosenschere einzeln von der Pflanze geschnitten, aus dem Blättermantel gepellt und anschließend in die bereitstehenden Kisten gelegt werden.
Günther Schmitz schnappte sich erst Anfang November die Rosenschere, um die Ernte einzuholen. Aktuell geht Günther Schmitz davon aus, dass es Weihnachten werden könnte, bis sich in seiner Küche der Duft des frischen rheinischen Popcorns ausbreitet. Mit der Erntemenge und der Qualität der Kolben ist aber auch er zufrieden. „Vielleicht wäre die Ernte sogar noch ein bisschen ergiebiger ausgefallen, wenn ich die Pflanzen zwischendurch bewässert hätte“, meint Günther Schmitz. Der Sommer sei ja doch recht trocken und heiß gewesen.
„Popcornmais mag keine raue Handhabe“, erklärt Jörg Hoffsümmer. Damit die Maiskörner später im Kochtopf auch aufpuffen, dürfe die bei der Ernte noch zarte und leicht verletzbare Schale des Korns nicht beschädigt werden.
Beide Landwirte wollen auf jeden Fall weitermachen und dabei vielleicht sogar ihre jeweiligen Anbauflächen vergrößern. Um sich jedoch weitere Tipps einzuholen, plant Jörg Hoffsümmer in den bevorstehenden Monaten noch eine Fahrt zu einem Kollegen ins Münsterland, der schon mehrere Jahre erfolgreich Popcornmais anbaut und sogar eine Erntemaschine hat. „Durch ihn bin ich ja auch erst auf die Idee gekommen, hier als regionale Ergänzung zum Rheinkorn auch Popcornmais anzubauen“, erklärt Jörg Hoffsümmer. Schließlich sei Popcorn aktuell sehr gefragt und beliebt. Mit den Betreibern der Horbacher Mühle, die auch das Korn der Rheinbauern mahlt, sind bereits erste Gespräche gelaufen. „Die sind interessiert daran, unsere Maiskörner zu reinigen, in portionsgerechte Tütchen zu füllen und zu vermarkten“, sagt Jörg Hoffsümmer.
Margret Klose