Max Steves aus Willich-Anrath zeigt, was aus Begeisterung an Landwirtschaft wachsen kann
Mit vier Hühnern hat es vor fünf Jahren angefangen. Heute ist der 11-jährige Max Steves stolzer Besitzer von 80 Hennen, vier Gänsen und vier Schafen. Wobei das nicht ganz stimmt: „Ein Schaf gehört mir nicht, das ist nur in Pension hier“, erklärt Max. Die Schafe hat ein Landwirt aus der Nachbarschaft im Frühjahr zu ihm gebracht, weil deren Mütter gestorben waren, und er hat sie mit der Flasche aufgezogen. Bei der Versorgung der Tiere wird der Gymnasiast von seiner Mutter Stefanie unterstützt, die das Füttern und Eiersammeln übernimmt, wenn ihr Sohn in der Schule ist.
Vater Bernd und Großvater Hermann Steves führen einen Milchviehbetrieb mit 330 Kühen und 100 ha Land. Die beiden haben gemeinsam mit Max während des Corona-Lockdowns einen Container zu einem Hühnerstall umgebaut. „Vorher hatten wir einen Bauwagen, da wurde es aber langsam zu eng für die ganzen Hühner“, sagt Bernd Steves. Die Eier werden für 30 Cent ab Hof verkauft und samstags fährt Max mit seinem Kettcar samt Anhänger zu ein paar Stammkunden in der Nachbarschaft seiner Großeltern im Dorf Willich-Anrath und liefert seine Eier persönlich aus. „Meistens kommt er mit einer großen Tüte Süßigkeiten zurück“, erzählt sein Vater. Demnächst möchte Max auch Gänseeier verkaufen. „Das dauert aber noch, bis die anfangen zu legen. Außerdem wissen wir noch gar nicht, ob es Jungs oder Mädchen sind“, erklärt der 11-Jährige. Für das Wohl der Gänse sorgt Max trotz der noch ausbleibenden Eier mit großer Begeisterung. „Wir haben ihnen Wannen zum Baden im Auslauf aufgestellt.“
Das Geld, das Max mit dem Eierverkauf verdient, darf er behalten. Dafür bezahlt er aber auch das Futter selbst. Ein bisschen bleibt trotzdem übrig. „Vor Kurzem hat Max sich ein Fußballtrikot von seinem Eiergeld gekauft“, berichtet sein Vater schmunzelnd.
Neben seinem Geflügel und den Schafen spielt Max nämlich leidenschaftlich gerne Fußball beim ortsansässigen Verein SC Victoria 07 Anrath. Dreimal pro Woche trainiert er und an den Wochenenden spielt er mit seiner Mannschaft gegen andere Vereine. Dementsprechend ist sein Lieblingsfach in der Schule auch Sport. Trotzdem möchte der Gymnasiast später nicht Fußballspieler werden, sondern antwortet auf die Frage nach seinem Berufswunsch wie aus der Pistole geschossen: „Bauer. Ich würde gerne die Kühe von meinem Vater übernehmen und noch ein paar Hühner halten.“ Kj