Die große Jubiläumsfeier wird nachgeholt

Foto: privat

In diesem Jahr wird das Unternehmen Otto Schmitz-Hübsch 125 Jahre alt. Auch wenn es aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr kein Jubiläumsfest geben kann, Zeit zum Innehalten und einen Blick zurück in diese

125 Jahre lohnt. Denn als Otto Schmitz-Hübsch das Unternehmen 1896 gründete, war der Anbau von niedrig wachsenden Obstbäumen im Vorgebirge und in Deutschland noch völlig unbekannt. Er war es, der diese besonderen schwach wachsenden Unterlagen in Bornheim-Merten einführte. Sie zählen bis heute zu den weltweit verbreitetsten Unterlagen im intensiven Obstanbau.

Als ältester Sohn eines Landwirts am Niederrhein mit Pferdezucht, Milchkuhhaltung und eigener Käserei zog es ihn vom elterlichen Betrieb schon früh in die Welt hinaus, um in Frankreich und Belgien den Obstanbau zu lernen. Zu der Art von Bauernhof, wie ihn seine Eltern betrieben, fand der junge Otto Schmitz-Hübsch keinen Bezug. „Mein Großvater wollte Obstbauer werden“, berichtet Elmar Schmitz-Hübsch, der Senior des Unternehmens. So habe sein Großvater den elterlichen Bauernhof seinem zwei Jahre jüngeren Bruder überschrieben und ließ sich auszahlen. „Mein Großvater kaufte sich

davon das Land und ließ das Haus und die Wirtschaftsgebäude errichten. Auf 12,5 ha Land baute er in den darauffolgenden Jahren die schwach wachsenden Unterlagen roter und gelber Metzer Paradies an, die er in seinen Jahren in Frankreich kennengelernt und von dort mit ins Vorgebirge mitgebracht hatte. Und in seiner Baumschule hat er diese Unterlagen mit den damals gängigen Apfelsorten veredelt“, weiß der 77-Jährige. Denn zweigleisig mit einer Baumschule und einer Obstplantage ging Otto Schmitz-Hübsch an den Start. „Schon früh gab es hier am Hof auch einen eigenen Bahnanschluss“, berichtet Elmar Schmitz-Hübsch.

Jede Woche ging ein Waggon mit Äpfeln aus Merten nach Berlin, wo die Produkte in Feinkostgeschäften verkauft wurden. Ein zweiter Waggon rollte gen London, wo die gesunde Ware aus dem Vorgebirge auf die Passagierschiffe London – New York verladen wurden, um damit auf der Überfahrt die Passagiere der ersten Klasse zu verwöhnen. „Ich kann deswegen nicht ausschließen, dass unsere Äpfel auch im Bauch der Titanic mit in die Tiefe gesunken sind“, berichtet der Senior.

Mehr in LZ 19-2021 ab S. 58