Die Mütter des Grundgesetzes

Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Erna Wagner-Hehmke, hfr

Vier Frauen waren 1949 im Parlamentarischen Rat wesentlich daran beteiligt, dass die Gleichstellung der Geschlechter mit dem Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Wir blicken anlässlich des 110. Internationalen Frauentages am 8. März zurück und erinnern an ihr Wirken.

Was wurde aus den Müttern des Grundgesetzes?

Dr. Elisabeth Selbert (1896–1986)

Rechtsanwältin und Notarin in Kassel, von 1945 bis 1958 Ämter auf Stadt- und Bezirksebene, von 1946 bis 1958 SPD-Landtagsabgeordnete in Hessen. 1958 legt sie alle Ämter nieder, führt bis 1980 eine Anwaltskanzlei für Familien- und Erbrecht. Ehrungen: 1956 Großes Bundesverdienstkreuz, 1978 Wilhelm-Leuschner-Medaille.

Frieda Nadig (1897–1970)

Jugendfürsorgerin, von 1946 bis 1966 hauptamtliche Bezirkssekretärin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Westfalen-Ost, 1947 bis 1950 SPD-Mitglied im Landtag NRW, 1949 bis 1961 Bundestagsabgeordnete. Ehrungen: 1961 Großes Bundesverdienstkreuz, 1970 Marie-Juchacz-Plakette der Awo.

Dr. h. c. Helene Weber (1881–1962)

Oberlehrerin, 1948 bis 1956 Mitbegründerin und Vorsitzende der Frauenarbeitsgemeinschaft der CDU (ab 1956 Frauenunion), von 1952 bis 1959 Vorsitzende des Müttergenesungswerkes, von 1949 bis 1962 Bundestagsabgeordnete. Ehrungen: 1956 Großes Bundesverdienstkreuz, 1961 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.

Helene Wessel (1898–1969)

Jugend- und Wirtschaftsfürsorgerin, aktive Katholikin, 1946 bis 1950 Mitglied des Landtags in NRW (Zentrum). 1949 Wahl zur ersten Vorsitzenden der Zentrumspartei. Sie ist die erste Frau in der deutschen Parteiengeschichte, die an der Spitze einer Partei steht. 1952 Parteiaustritt, Gründung der Gesamtdeutschen Volkspartei (GVP) mit Gustav Heinemann. 1957 löst sich die GVP auf, Übertritt zur SPD, 1957 bis 1969 Bundestagsabgeordnete. Ehrung: 1965 Bundesverdienstkreuz.

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