Auch die Tiere des Jahres 2020 stehen fest. Zu den Arten, die im Fokus stehen, gehören auch die gefährdeten Nutztierrassen: Im Jahr 2020 wurden zwei Nutztierrassen der Roten Liste zur Rasse des Jahres gekürt, das Pustertaler Rind und der Westerwälder Kuhhund. Mit dem Duo Rind und Hund stellt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) in diesem Jahr ein über Jahrhunderte bewährtes Arbeitsteam vor, das in dieser Kombination praktisch ausgestorben ist – ein Hund, der als Helfer der Hirten die Rinderherde bei ihren täglichen Weidegängen außerhalb des Dorfes und in den Wäldern begleitet. Das Pustertaler Rind aus dem gleichnamigen Pustertal in Südtirol ist eine der ältesten bekannten Rinderrassen überhaupt. Vor mehreren Jahrhunderten ist es aus der Kreuzung keltischer, einfarbig roter Alpenrinder mit einfarbig grauen Steppenrindern entstanden. Im 19. Jahrhundert galt dieses Rind als die schwerste und milchergiebigste Rinderrasse des Alpenraums. Heute ist das Pustertaler Rind ein fleischbetontes Zweinutzungsrind. Sein besonderes Kennzeichen ist die Farbgebung mit einem weißen Band am Rücken und am Bauch. Man unterscheidet die sogenannten Schecken und Sprinzen. Typisch für die Schecken ist die weiße Grundfarbe mit roter oder schwarzer zusammenhängender Pigmentierung beziehungsweise bei den Sprinzen mit feinst verteilter Pigmentierung. In Deutschland gibt es derzeit noch etwa 200 Tiere, in Südtirol und in Österreich gibt es je rund 350 Tiere. Der Westerwälder Kuhhund stammt aus dem Westerwald und dem Siegerland und wurde dort speziell für das Hüten und Treiben von Rindern gezüchtet. Er gilt als arbeitswilliger und eigenständiger Hütehund für Kühe und Schafe und durch seinen sicher auf die Ferse zielenden Griff und seine Unerschrockenheit gegenüber Rindern ist er selbst für die Mutterkuhhaltung sehr geeignet. Der Gesamtbestand dieser mittelgroßen Hunde mit ihren Kipp- und Stehohren liegt bei 40 Tieren. el
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