Die Zikade rückt näher

Foto: imago/Manngold

Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MLV) in NRW geht derzeit noch nicht von einem flächendeckenden Befall mit den Rübenkrankheiten Stolbur und SBR aus. Die bisher aufgetretenen Schäden seien gering. Das geht aus einem Bericht hervor, den das MLV aufgrund einer Bitte des FDP-Abgeordneten Dietmar Brockes vor wenigen Tagen vorgelegt hat.

 

Regional beschränkte Nachweise

 

Demnach sei 2023 ein Einzelnachweis eines Befalls von Zuckerrüben mit Stolbur im Raum Soest festgestellt worden. Das erstmalige Auftreten der Schilfglasflügelzikade (SGFZ), die den Erreger überträgt, sei im vergangenen Jahr nachgewiesen worden. Bei dem gemeinsamen Monitoring des Pflanzenschutzdienstes NRW mit der Zuckerwirtschaft und dem Rheinischen Rübenbauer-Verband habe mehr als die Hälfte der untersuchten SGFZ eine Infektion mit SBR aufgewiesen, jedoch keine Infektion mit Stolbur. Die nachgewiesenen SBR-Befunde beschränken sich nach MLV-Aussagen in Nordrhein-Westfalen bisher „auf Standorte an der südlichen Landesgrenze im Raum Grafschaft sowie südöstlich von Köln im Raum Niederkassel“.

 

Aufgrund der Erfahrungen in Starkbefallsgebieten in Süddeutschland mahnt das MLV, dass sich ein solcher Anfangsbefall schnell ausbreiten kann. 2023 habe sich die befallene Fläche in Deutschland auf 40 000 ha belaufen. 2024 habe sie bereits 75 000 ha betragen. Daher seien Maßnahmen zur Verzögerung geboten. Dabei verweist das MLV auch darauf, dass das für die Stolbur-Welkekrankheit verantwortliche Phytoplasma auch andere Pflanzenarten befallen kann, unter anderem Kartoffeln, Möhren und Sellerie.

 

ds

 

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