„Diebe knacken Milchautomaten“: Unter dieser Überschrift wartete die Rheinische Post (RP) am Freitag vergangener Woche mit einem berunruhigenden Artikel auf. Insgesamt über 15 Einbruchsfälle wurde berichtet. Zitiert wird Petra Stenkamp, die in Hamminkeln einen Einbruch an ihrem Milchautomaten zubeklagen hat. „Das ist ziemlich ärgerlich für uns. Wer auch immer das war, hat die Kassette mit dem Wechselgeld mitgenommen und dabei einiges kaputt gemacht.“ Zwei Stunden nach der abendlichen Leerung sei einem Bekannten der Familie aufgefallen, dass das Schloss an dem Automaten geknackt wurde. Mehrere Tage werde es nun dauern, bis ihre Kunden wieder Milch bekommen könnten.
Im Artikel genannt wird auch ein Verkäufer von Milchautomaten, der von mehreren Einbruchfällen berichtet. Nicht nur im Kreis Wesel, auch im Kreis Coesfeld und in Osnabrück seien seit Anfang Februar Milchtankstellen aufgebrochen worden. Die Polizeibehörden, so heißt es weiter in dem RP-Bericht, gingen davon aus, dass die Täter sich die Automaten ganz gezielt ausgesucht hätten.
Offenbar schrecken die Diebe auch vor Milchautomaten, die mit Kameras gesichert sind, nicht zurück. Hier wird in dem RP-Bericht auf einen Betrieb in Billerbeck hingewiesen, dessen Automaten am 6. Februar aufgebrochen wurde. Der betroffene Landwirt vermutet sogar, dass der Dieb von der Kamera wusste, so die RP.
Die LZ meint: Der Aufbruch von Milchautomaten ist für die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe mehr als ärgerlich. Ihnen entsteht ein hoher finanzieller Schaden – und das in Zeiten ohnehin schlechter Milchpreise. Die Reparatur eines Automaten kostet im Schnitt zwischen 500 und 1 200 €. Der Automat selbst hat einen Wert von etwa 10 000 €. Große Beute machen dürften die Diebe bei den Milchautomaten dabei nicht. Laut Angaben der Zeitung sind stets nur zwischen 80 und 200 € Münzgeld erbeutet worden. Für Profis dürften sich solche Einbrüche also gar nicht lohnen. Hoffentlich haben die Diebe dies auch erkannt und lassen zukünftig die Hände weg von den Milchautomaten.