Die Elektrifizierung von Landmaschinen mit niedrigem Leistungsbedarf kann laut Dr. Edgar Remmele vom Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe erhebliche Einsparungen von fossilem Diesel ermöglichen. Er wies darauf hin, dass dies jährlich bis zu 1 Mrd. l fossilen Diesel bedeuten würde – knapp die Hälfte des durchschnittlichen Kraftstoffverbrauchs in der Land- und Forstwirtschaft zwischen 2016 und 2020. Henning Eckel vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) nannte dies einen überraschenden Befund. Das theoretische Potenzial der Elektrifizierung sei besonders hoch, da 24 % des Kraftstoffverbrauchs in der Tierhaltung, vor allem in der Rinderfütterung, stattfinden, wo langfristig alle mobilen Arbeitsgeräte elektrifiziert werden könnten. Weitere Einsparungen könnten durch die Elektrifizierung leichter Feldarbeiten erzielt werden. Henning Eckel betonte jedoch, dass aufgrund der langen Nutzungsdauer von landwirtschaftlichen Maschinen noch Jahre vergehen werden, bis leichte Arbeiten im Stall und auf dem Feld weitgehend elektrifiziert sind. Ein zusätzlicher Vorteil der Elektrifizierung ist die Möglichkeit für Landwirtschaftsbetriebe, Strom für ihren Fuhrpark selbst zu erzeugen, insbesondere durch Photovoltaik auf den oft großen Dachflächen. Dr. Remmele betonte, dass flüssige Kraftstoffe mit hoher Energiedichte für schwere Feldarbeiten weiterhin unverzichtbar bleiben. Pflanzenöl und Biodiesel hätten sich als zuverlässige Energielieferanten bewährt und regionale Wertschöpfung sowie Selbstversorgung aus heimischem Anbau sprächen für diese Biokraftstoffe.