Der Europäische Dachverband der Getreidehändler (COCERAL) geht weiter davon aus, dass in diesem Jahr in der EU-27 weniger Getreide geerntet wird als 2025. COCERAL hat seine jetzt vorgelegte dritte Ernteschätzung etwas nach unten korrigiert und erwartet ein Getreideaufkommen von 274,9 Mio. t; gegenüber der Vorjahresmenge wäre das ein Minus von 5,8 %. Ausschlaggebend dafür ist der Durchschnittsertrag, der bei 56,4 dt/ha liegen soll und damit um 4,6 % unter dem Vorjahresniveau liegen würde. Zudem sieht der Dachverband die Anbaufläche bei 48,73 Mio. ha, was einer Verkleinerung um 1,4 % entspräche. Das Aufkommen an Weichweizen soll mit 130,11 Mio. t um 6,3 % geringer ausfallen. An Gerste werden 57,45 Mio. t und damit 8,1 % weniger als 2025 erwartet. Das Maisaufkommen wird bei 57,52 Mio. t gesehen; das wäre nur 1 % weniger als im Vorjahr. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hält hingegen trotz der frühsommerlichen Hitzephase an seiner Ernteprognose fest. Der Verband rechnet mit 44,1 Mio. t Getreide und 4,2 Mio. t Raps in Deutschland. Sein Festhalten an diesen Werten begründet der DRV mit dem Hinweis, dass es nahezu flächendeckend ausreichend geregnet habe. Die vom DRV prognostizierte Getreidemenge liegt leicht über dem langjährigen Durchschnitt, jedoch 2,6 % unter dem Vorjahresniveau. Das angepeilte Rapsaufkommen wäre 4,7 % größer als 2025.
AgE