Direktzahlungen haben keine Zukunft

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Soester Agrarforum 2025 bot Raum für Ideen und Diskussion

 

Unter dem Motto „Raus aus den Sub­ventionen – innovative Steuerungsinstrumente“ wurde auf dem Soester Agrarforum am Freitag vergangener Woche von Teilnehmern aus Wirtschaft, Praxis, Forschung und Politik über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert. Der Fokus der diesjährigen Veranstaltung richtete sich auf die künftigen Mittelzuflüsse und auch Steuerungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe. In Fachvorträgen und Diskussionen wurden die politischen Rahmenbedingungen, die Analyse des Ist-Zustands sowie mögliche Anpassungsstrategien vorgestellt und besprochen. Darunter auch die erfolgsorientierte Agrarprämie als Alternative zur aktuellen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Staatssekretär Dr. Martin Berges betonte in seinem Grußwort: „Nordrhein-Westfalen ist ein starkes Agrarland mit attraktiven und wettbewerbsfähigen ländlichen Regionen. Zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe setzt die nordrhein-westfälische Landesregierung vorrangig auf Innovationen, Investitionen und Bürokratieabbau.“

 

Nicht mit der Gießkanne

 

Prof. Friedrich Kerkhof von der Fachhochschule Agrarwirtschaft Soest fasste in seinem Vortrag die aktuelle Lage der landwirtschaftlichen Betriebe und der Agrarpolitik in Deutschland zusammen. Tendenziell sind die Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe laut dem Wissenschaftler in den letzten Jahren gestiegen, allerdings sei der Anteil von Beihilfen am Einkommen mit durchschnittlich 56 % relativ hoch. „Trotzdem glaube ich, dass Direktzahlungen, die mit der Gießkanne ausgeschüttet werden und nur das Einkommen stabilisieren sollen, nicht zukunftsfähig sind“, betonte er. Laut Studien würden 30 bis 50 % der Direktzahlungen ohnehin durch die Pachtpreise an die Grundstückseigentümer fließen. Dringenden Handlungsbedarf sieht er außerdem beim Abbau von Bürokratie, die in den letzten Jahren immer weiter angestiegen sei. Allerdings zeigte er sich diesbezüglich wenig zuversichtlich. Was den Klimaschutz angeht, plädierte Prof. Kerkhof dafür, die Landwirtschaft mehr in ein System der CO2-Bepreisung einzubinden. „Wir sollten die Förderungen weiterentwickeln und nicht an den Kosten, sondern an den konkreten Leistungen orientieren“, forderte er.

 

Erfolgsorientierte Agrarprämie

 

Der gleichen Meinung war auch Prof. Uwe Latacz-Lohmann von der Christian-Al­brechts-Universität Kiel, der in seinem Vortrag die erfolgsorientierte Agrarprämie vorstellte. Die Agrarpolitik ist seiner Einschätzung nach über die Jahre zu komplex geworden, vor allem die Maßnahmen, die Gemeinwohlleistungen fördern. „Lästige politische Erbschaften beschränken die Kreativität zur Entwicklung neuer Lösungen und bewirken, dass wir in einem ineffizienten System verharren“, führte der Wissenschaftler aus. Deshalb habe er sich damit befasst, wie ein grundsätzlich anderes System aussehen könnte, wenn man eine Reset-Taste drücken würde. So entstand die Idee der erfolgsorientierten Agrarprämie. „Das ist ein System, in dem für die Erreichung der Green-Deal-Ziele gezahlt wird“, erklärte Prof. Latacz-Lohmann. Dabei handele es sich nicht um Subventionen, also staatliche Transfers ohne Gegenleistung, sondern der Staat kaufe bei den Landwirten Leistungen ein. Das funktioniere nach einem Schwellenwertprinzip, also Landwirte würden nur Geld erhalten, wenn sie tatsächlich Green-Deal-Ziele erreichen, also die Reduktion der N-Düngung um 20 %, die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes um 50 % oder 10 % nicht produktive Fläche. kj

 

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