dlv mit breitem Forderungskatalog an die nächste Bundesregierung

Foto: imago/imagebroker

Zur anstehenden Bundestagswahl hat der Deutsche LandFrauenverband (dlv) eine „zukunftsfähige und geschlechtergerechte Politik für ländliche Räume“ gefordert. „Die neue Bundesregierung trägt die Verantwortung, zukunftsweisende Weichen zu stellen und politische Lösungen besonders auch für die ländlichen Räume anzubieten“, erklärte dlv-Präsidentin Petra Bentkämper am 20. Mai. Konkret verlangt sie von der nächsten Bundesregierung, die sozio-ökonomische und psychosoziale Lage für Landwirtschaftsfamilien zu verbessern sowie Hofnachfolgen zu sichern. Die Politik müsse Frauen in der Landwirtschaft in ihren multifunktionalen Rollen fördern. Ein verstärkter Fokus auf Regionalität und Saisonalität trage ebenso wie die Agrarforschung und der Einsatz neuester Technologien zur Bewältigung der weitreichenden Herausforderungen im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz bei.

Zur Erreichung gleichwertiger Lebensverhältnisse auf dem Land muss nach Auffassung des dlv das Fördersystem für strukturschwache Regionen geschlechtergerecht ausgestaltet werden. Außerdem hält es der Verband für notwendig, die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) zur Gemeinschaftsaufgabe ländliche Räume weiterzuentwickeln, ohne dabei Kürzungen im Förderbereich Landwirtschaft vorzunehmen. Wichtig sei zudem die Förderung gigabitfähiger Netze ausschließlich mit Glasfaserleitungen im Festnetzbereich. Dabei müssten die im ländlichen Raum typischen Rand- und Einzellagen beim Ausbau berücksichtigt werden. Ziel der neuen Bundesregierung sollte es außerdem sein, Funklöcher und weiße Flecken zu beheben und einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet zu gewährleisten, unterstrich der Verband.

Zu dessen weiteren Forderungen gehören die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements als tragende Säule der ländlichen Regionen sowie die Förderung der Demokratie und der Geschlechtergerechtigkeit. Um die Inte­ressen von Frauen im Bundestag künftig besser zu repräsentieren, müsse ein Paritätsgesetz im Wahlrecht bei den Listen und Direktmandaten eingeführt werden. Ferner müsse das Entgelttranzparenzgesetz durch die Einführung eines Verbandsklagerechts gestärkt werden. Im Gesundheitswesen seien geschlechtergerechte Sichtweisen stärker zu berücksichtigen.