Doppelt aktiv

Dr. Anna Waßenhoven

Am 20. März ist es 77 Jahre her, dass die LZ erstmals über die Landfrauen berichtet hat. Ab 1949 gab es dann regelmäßig die Sonderseite „Die LandFrau“. Von damals bis heute gab es viele Veränderungen. Über eine aktuelle – den Zusammenschluss der Jungen LandFrauen – haben wir mit Dr. Anna Waßenhoven aus Bedburg gesprochen. Sie ist Schriftführerin im Vorstand des Kreisverbandes Rhein-Erft-Kreis bei den eta­blierten Landfrauen und im Sprecherinnenteam der Jungen LandFrauen im südlichen Rheinland aktiv.

 

LZ | Rheinland: Frau Dr. Waßenhoven, durch die beiden Funktionen kennen Sie beide Seiten. Wie nehmen Sie die Landfrauen wahr?

 

A. Waßenhoven: Dadurch, dass die Jungen LandFrauen als eigene Gruppe entstanden sind, ist es ein bisschen abgetrennt von den etablierten Landfrauen. Bei uns in der Gruppe Rheinland-Süd haben wir zusätzlich die Herausforderung, dass wir über mehrere Kreise hinweg agieren. Das heißt, wir haben junge Landfrauen aus fünf Kreisverbänden und da ist es natürlich relativ schwierig, den Anschluss an jeden dieser Kreisverbände zu finden.

 

Dazu kommt, dass die unterschiedlichen Kreise der etablierten Landfrauen möchten, dass junge Frauen nachkommen. Für die ist diese Herausforderung gerade aber superschwierig, das erlebe ich in meiner Arbeit im Kreisvorstand.

 

LZ | Rheinland: Was macht es so schwer?

 

A. Waßenhoven: Die Herausforderung ist, alle Altersgruppen abzudecken, also alle abzuholen. Denn die Altersspanne bei den Landfrauen ist sehr hoch. Bei uns im Kreis ist das Durchschnittsalter glaube ich aktuell bei 69 Jahren.

 

Es ist schwierig, Veranstaltungen anzubieten, wo wirklich alle Altersgruppen mit dabei sind. Einfach, weil es unterschiedliche Interessen sind. Das ist auch ganz klar bei so einer großen Gruppe. Dazu kommt das Zeitliche: Die etablierten Landfrauen möchten gerne unter der Woche was machen, da sind dann aber die jungen Landfrauen in der Regel arbeiten. Und wenn wir dann mit Terminen auf das Wochenende gehen, sagen die etablierten Landfrauen, dass sie da teilweise im Betrieb gebraucht werden oder auf Enkelkinder aufpassen und so weiter. Kurz: Es ist nicht einfach, alle unter einen Hut zu bekommen.

 

Mehr in LZ 12-2025 ab S. 52.

 

Kathrin Fries