Edeka-Chef Mosa mosert

Foto: imago/Wolf P. Prange

Laut dem Fachblatt Lebensmittelzeitung hat Edeka-Chef Markus Mosa bei einer Tagung der Mittelständischen Filialbetriebe (MLF) moniert, die Agrarpolitik in Deutschland sei „seit Jahren in der Sackgasse“. Bei der Veranstaltung, die in der letzten Maiwoche in Heilbronn stattfand, sprach Mosa von einer einseitigen „Ausrichtung der Landwirtschaft auf Massenproduktion für den Weltmarkt“. Eine Pattsituation zwischen Politik und Lobbyisten führe dazu, dass die Agrarwende zu spät komme. Die Lebensmittelzeitung zitiert Mosa auch mit der Aussage, dass die Mittel der Initiative Tierwohl nicht vollständig abgerufen worden seien, „weil die Landwirtschaft lieber auf billiges Fleisch und Export setze“.

Mosas Aussagen haben die Kritik von landwirtschaftlichem Berufsstand und vielen Einzellandwirten auf den Plan gerufen. Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), wies die Angriffe als „maßlos und in der Sache unberechtigt“ zurück. Ebenso wie Beringmeier kommentierten in den sozialen Medien viele Landwirtinnen und Landwirte Mosas Behauptungen mit einem Verweis da­­rauf, dass Edeka selbst „knallhart“ die Preise drücken würde. Nicht gerade vorbildlich sei auch, dass Edeka kaum Fleisch abrufen würde, das unter Bedingungen der Initiative Tierwohl (ITW) erzeugt wurde, wurde zum Beispiel auf dem Nachrichtendienst Twitter oder in Facebook kommentiert.

Nach eigenen Angaben musste die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) gerade Edeka und dessen Großhandelstochter Edeka-Foodservice in der Vergangenheit häufiger wegen Billigangeboten bei Schweinefleisch aus anderen Herkunftsländern kritisieren. Der LsV Deutschland kehrte in einer Pressemitteilung den Spieß um und forderte als Antwort auf die Forderung einer Transformation der Landwirtschaft eine Transformation des Lebensmitteleinzelhandels. Durch die Politik müsse eine Zerschlagung des „Big Players Edeka“ in die sieben Regionalgenossenschaften erfolgen. Allerdings könne selbst das „nur ein erster Schritt gegen das anhaltende ruinöse Preisdiktat des Handels gegenüber den Erzeugern“ sein.

ds