Der im Jahr 2023 von der Landwirtschaftlichen Rentenbank verzeichnete Rückgang beim Fördergeschäft hat sich im ersten Halbjahr 2024 fortgesetzt. Wie das Frankfurter Finanzinstitut am Donnerstag vergangener Woche mitteilte, ist die Nachfrage nach Programmkrediten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Das Neugeschäft erreichte insgesamt 1,548 Mrd. € und damit nur knapp 50 % des Vorjahreswerts.
Die Investitionszurückhaltung erstrecke sich auf nahezu alle Bereiche. „Wie in anderen Branchen in Deutschland wird auch in der Landwirtschaft derzeit zu wenig investiert“, erklärte Rentenbank-Vorstandssprecherin Nikola Steinbock. Die aktuellen Ergebnisse des Rentenbank-Agrarbarometers zeigten, dass dies vor allem an den pessimistischen Zukunftserwartungen liege. „Hier müssen Politik, Verbände und Finanzwirtschaft gemeinsam ansetzen“, so Steinbock. Die Rentenbank trage dazu bei, indem sie unter anderem ihr Förderspektrum kontinuierlich weiterentwickle und so die grüne Branche auf ihrem Weg in die Zukunft begleite.
Jüngstes Beispiel ist Steinbock zufolge die Umsetzung eines Zuschussprogramms im Rahmen des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ (ANK). Gefördert würden Investitionen in Maschinen und Geräte, die die Kohlenstoffspeicherfunktion von Böden und die Biodiversität in Agrarlandschaften erhöhen. Im März sei zudem das Programm „Zukunftsfelder im Fokus“ um das Zukunftsfeld „Stallumbau für mehr Tierwohl“ erweitert worden; hier habe man schon mehr als 6,5 Mio. € zugesagt.
Das Neugeschäft in der Fördersparte „Landwirtschaft“ ging nach Angaben der Rentenbank im ersten Halbjahr um 17,2 % auf 663 Mio. € zurück. Hier führte das Auslaufen des Investitions- und Zukunftsprogramms Landwirtschaft zu einem Rückgang bei der Maschinenfinanzierung. Auch in der Fördersparte „Agrar- und Ernährungswirtschaft“ war ein kräftiges Minus von 57,5 % zu verzeichnen. In der Sparte „Ländliche Entwicklung“ verlor das Neugeschäft sogar 61,1 %. Die Rentenbank wies darauf hin, dass ihr der zu Jahresbeginn festgesetzte hohe EU-Referenzzinssatz in Verbindung mit dem Beihilferecht keinen Spielraum lasse, marktfähige Konditionen ohne Beihilfen anzubieten. Dies habe zur Folge, dass Geschäftsbanken für nicht beihilfefähige Projekte – beispielsweise EEG-vergütete Erneuerbare-Energien-Anlagen – im Moment verstärkt auf andere Refinanzierungsquellen zurückgreifen. Das habe sich deutlich beim Neugeschäft in der Fördersparte „Erneuerbare Energien“ niedergeschlagen, das um 88,0 % zurückgegangen sei.
Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung der Rentenbank belief sich in der ersten Jahreshälfte 2024 auf 97,5 Mio. € und somit 6,2 % unter dem Niveau des Vorjahres. Der Ergebnisrückgang ist laut dem Förderinstitut im Wesentlichen auf die um 10,0 Mio. € gestiegenen Verwaltungsaufwendungen zurückzuführen. Treiber waren hier höhere IT-Investitionen und eine gestiegene Mitarbeiterzahl. Die Rentenbank betont allerdings, dass dieses Ergebnis deutlich über ihren Erwartungen liege. In Frankfurt führt man dies auf das anhaltend hohe Zinsniveau und den daraus resultierenden hohen Zinsüberschuss zurück.
AgE