Pfälzer Siedler, die vor 200 Jahren in der Region um Bedburg-Hau strandeten, prägen bis heute die einzige sprachliche Binneninsel Deutschlands
In Louisendorf wird dieses Jahr groß gefeiert, denn das Dorf begeht seinen 200. Geburtstag – zwar pandemiebedingt etwas verspätet, aber dafür mit ganz großem Programm. Dass es Louisendorf und die beiden benachbarten Dörfer Pfalzdorf und Neulouisendorf überhaupt gibt, liegt am Englisch-Spanischen Krieg, der die Schiffspassagen in die neue Welt unbezahlbar verteuerte, damit die Einreise in die Niederlande unmöglich machte und den Migranten aus dem Hunsrück so den Weg nach Amerika versperrte. Bedingt durch religiöse Unterdrückung und wirtschaftlich elende Verhältnisse hatten sich die Vorfahren der Louisendorfer im Jahre 1741 auf den Weg gemacht, jenseits des Atlantiks ein neues Leben zu beginnen, doch sie strandeten dann am Niederrhein und gründeten auf der Gocher Heide mit Pfalzdorf ihre erste Siedlung.
Jürgen Graven, unter anderem Geschäftsführer der Vereinsgemeinschaft und Vorsitzender des Fördervereins der Kirche von Louisendorf, ist stolz auf die außergewöhnliche Geschichte seiner Heimat und vor allem darauf, wie das Dorf nach 200 Jahren dasteht. „Wir haben heute ungefähr 540 Einwohner und 13 Vereine mit 1 600 Mitgliedern“, zählt der 60-jährige Pensionär die beeindruckenden Zahlen auf. Er selbst ist seit 42 Jahren ehrenamtlich in Louisendorf tätig, war von 2014 bis 2020 Ortsvorsteher und hat in dieser Zeit viele Projekte erlebt, die dieses besondere Dorf bis heute prägen.
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