Die Gewinne der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Deutschland sind im Wirtschaftsjahr 2020/21 im Durchschnitt aller Höfe und Regionen im Vorjahresvergleich empfindlich gesunken, wobei insbesondere Veredlungsbetriebe dramatische Einkommens- und Eigenkapitalverluste hinnehmen mussten. Das berichtete der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) in Berlin mit Verweis auf eine erste Auswertung von Buchführungs-daten. Laut VLK verzeichneten die Ackerbauern erneut leicht unterdurchschnittliche Erträge bei Getreide und konnten zudem oft nicht von steigenden Preisen profitieren, da schon viel Ware zu niedrigeren Preisen gebunden war. Auch bei Zuckerrüben und Kartoffeln habe sich ein ähnliches Bild geboten. Lediglich beim Raps hätten die Erzeuger oft von höheren Erträgen und anziehenden Preisen profitieren können. Dem Verband zufolge wirkte sich die Corona-Pandemie im Veredlungssektor drastisch aus. Während bei Rindfleisch und Milch ein knappes Angebot immerhin für stabile bis leicht zulegende Preise gesorgt habe, seien die Notierungen bei den Schweinen völlig eingebrochen. Nach Angaben des VLK fiel der Schweinepreis zum Jahreswechsel 2020/21 auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Eine deutlich sinkende Nachfrage habe ebenfalls zu dramatischen Einbrüchen bei den Ferkelpreisen geführt. In der Folge sei die Nettorentabilität der Schweinehalter beispielsweise in NRW, zum Vorjahr um katastrophale 80 % eingebrochen. So konnten laut den Berechnungen des VLK im Berichtszeitraum nicht einmal 30 % der eingesetzten Faktoren Arbeit, Boden und Kapital noch vergütet werden. Alle landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Deutschland mussten im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr nach Angaben des VLK unterm Strich nennenswerte Eigenkapitalverluste verkraften und sahen sich mit großen Liquiditätsproblemen konfrontiert.