Einkommen der Schweinehalter im Fall

Foto: Andrea Hornfischer

Die landwirtschaftlichen Einkommen befinden sich nach zwischenzeitlicher Erholung derzeit wieder auf Talfahrt. Wie aus seinem Situationsbericht 2020/21 hervorgeht, rechnet der Deutsche Bauernverband (DBV) insbesondere bei den Veredlungsbetrieben mit einem massiven Einbruch der Unternehmensergebnisse. Grund seien die im Vergleich zum guten Vorjahr extrem gefallenen Erzeugerpreise. Für die Ackerbau- und Milchviehbetriebe erwartet der Verband keine Einkommensverbesserung. DBV-Präsident Joachim Rukwied zeigte sich bei der Vorstellung des Situationsberichts am Donnerstag vergangener Woche in Berlin denn auch besorgt über die aktuelle Lage der Betriebe und die Aussichten für das Wirtschaftsjahr 2020/21.

Die Corona-Pandemie habe auch viele landwirtschaftliche Betriebe hart getroffen, sagte Rukwied. Geschlossene Schlachtbetriebe, der Ausfall der Gastronomie und obendrein die Afrikanische Schweinepest (ASP) hätten die Tierhalter und hier vor allem die schweinehaltenden Betriebe in eine Krise gestürzt. „Die aktuell ruinösen Erzeugerpreise für Schlachtschweine und Ferkel sind existenzbedrohend“, stellte der Bauernpräsident fest. Hinzu kämen Belastungen durch eine Reihe politischer Entscheidungen wie die Verschärfung der Düngeverordnung und das geplante Insektenschutzgesetz. „Die Situation auf vielen Höfen ist extrem angespannt“, betonte Rukwied. In der Folge rechnet der DBV-Präsident mit einer Beschleunigung des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Die derzeit schwierige wirtschaftliche Lage in der Schweinehaltung werde in den kommenden Jahren zu vermehrten Betriebsaufgaben führen, warnte er.

Der DBV-Situationsbericht weist für die vergangenen Jahre eine Verlangsamung des Strukturwandels aus. Demnach lag die jährliche Abnahmerate der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 2007 und 2019 unter der seit Jahrzehnten zu beobachtenden Rate von 3 %. Die Schätzungen belaufen sich für die letzten Jahre auf 2,4 %. Die Wachstumsschwelle, oberhalb der die Zahl der Betriebe zunimmt, ist bundesweit auf 100 ha LF gestiegen. Einen anhaltend starken Strukturwandel gebe es allerdings in der Nutztierhaltung, heißt es im Situationsbericht unter Berufung auf die halbjährliche Zählung der Viehbestände des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Demnach ist die Zahl der Milchviehbetriebe in diesem Jahr gegenüber 2019 um 4,5 % gesunken; in den vergangenen zehn Jahren gab es einen Rückgang um insgesamt 38 % auf nunmehr 58 400. Die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe hat sich 2020 um 5,6 % auf 20 400 verringert. Die Zahl der Sauenhalter liegt derzeit bei rund 7 000. Das sind gut 5 % weniger als im Vorjahr. DBV-Präsident Rukwied bezeichnete Studien wie die der DZ Bank, die eine Abnahme der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland bis zum Jahr 2040 von derzeit gut 260 000 auf 100 000 prognostizieren, als realistisch. AgE