Ostern steht vor der Tür. Im Atelier von Angelika Schledz herrscht dieser Tage Hochkonjunktur: „Die Vitrinen sind im Moment leider etwas leer, da ich die Kunstwerke schon für die anstehenden Ostermärkte verpacken musste“, erklärt sie. Mit den Kunstwerken meint die Eitorferin Gänse-, Emu-, Nandu- und Straußeneier, in deren Schale kunstvolle Motive eingefräst werden. Diese sogenannten perforierten Eier sind auf den Ostermärkten sehr gefragt.
Die Anfänge
Das Anfertigen der perforierten Eier ist kein alltägliches Handwerk. Angelika Schledz begegneten die kunstvollen Eier zum ersten Mal im Jahr 2013 in einer Zeitschrift für Wohnaccessoires. Darin waren drei Gänseeier mit relativ schlichtem Muster abgebildet. „Ich dachte mir damals ‚Das kannst du doch auch!‘ und so kaufte ich mir das erste Werkzeug und fing einfach an“, erinnert sich die Künstlerin. Doch die ersten Versuche waren ernüchternd. Das verwendete Werkzeug war nicht optimal und für die Arbeit an einer Verbesserung fehlte ihr schlicht und ergreifend die Zeit: „Ich war damals noch als Diplomingenieurin im Maschinenbau beruflich sehr eingespannt. Da hatte ich keine Zeit, kreativ zu arbeiten.“ Somit wanderten die Werkzeuge und die ersten Perforationsversuche wieder in die Schublade.
Im Jahr 2015 ging Schledz schließlich in den Ruhestand. Die dazugewonnene Zeit investierte die Ingenieurin in die Optimierung der Werkzeuge. Dafür kontaktierte sie ein Unternehmen aus Bergisch Gladbach, das sich auf die Herstellung von feinmechanischen Werkzeugen spezialisiert hat. „Als die damals hörten, wofür ich die Werkzeuge benötige, wollte man mir das zuerst gar nicht glauben“, schmunzelt die 72-Jährige. Schließlich fand die Eitorferin mithilfe des Unternehmens die passenden Werkzeuge und konnte richtig loslegen.
acb
Mehr in LZ 16-2025 ab S. 50