Eis, Käse und Skyr mitten im Nirgendwo

Foto: Henrik Lomholt Rasmussen

Einar Guðbjartsson hat auf seinem Bauernhof in Island eine kleine Molkerei eingerichtet. Die Produkte sind für Touristen aus aller Welt zu einer Attraktion geworden.

Was isst man bei einer Rundreise durch Island? Natürlich Eis, allerdings weniger das von den Gletschern. Zumindest nicht, wenn man auf dem Bauernhof Erpsstaðir Rjómabúið von Helga und Einar Guðbjartsson einen Zwischenstopp einlegt. Er liegt am Highway 60, zwei Autostunden nördlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik im Tal Miðdalir, ungefähr mitten im Nirgendwo. Bei einem Besuch im Hofladen von Erpsstaðirs an einem sonnigen Sommertag ist der Verkäufer damit beschäftigt, Kunden, Waffeln und Becher mit frisch zubereitetem Eis zu servieren. Den Kunden sieht man an, wie köstlich es schmeckt.

Die Umgebung könnte leicht Teil einer Kulisse der Fernsehserie „Game of Thrones“ sein. Rinder und Schafe grasen auf grünen Hängen unter Felsen und Hügeln aus gehärteter Lava und im Westen spiegeln sich die Sonnenstrahlen an der Oberfläche des Fjords Hvammfjorður wider. Das Panorama kann vom Hof vor dem Laden aus gesehen werden, wo Eis mit Rhabarber- und Blaubeergeschmack geschleckt wird. Einige Kinder hüpfen auf einem Trampolin. Andere spielen Fußball oder besuchen die Ziegen, die beiden Schweine und die Kaninchen in ihren Gehegen. Auch der Gemüsegarten stößt auf Inte­resse. Im Stall – den man durch ein großes Fenster im Hofladen sehen kann – sind ein paar Familien damit beschäftigt, die Kälber hinter den Ohren zu kraulen. Die Rinder grasen in der Nähe des Hofes auf einer Weide. „Die Milch der 60 Kühe verarbeiten wir in unserer eigenen kleinen Molkerei. Diese ist genau wie der Hofladen in einem separaten Bereich des Stalls eingerichtet. Ich freue mich immer wieder, hier auf dem Hof viele Leute zu sehen. Wir hatten im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie eine schlechte Zeit, aber ab Juni kamen wieder in- und ausländische Besucher zu uns“, erklärt Einar Guðbjartsson.

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