„Elende Ignoranz“: Verbände und EU-Mitglieder verlangen Unterstützung

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Angesichts des drastischen Rückgangs der Zuckerpreise hat der europäische Zuckersektor Gegenmaßnahmen zu der handelsverzerrenden Politik wichtiger zuckerproduzierender Drittstaaten eingefordert. In an die EU-Kommission, das Europaparlament und die Mitgliedstaaten gerichteten Schreiben betonen der Verband der Europäischen Zuckerindustrie (CEFS) und der Europäische Verband der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismusgewerkschaften (EFFAT), dass man nicht länger bereit sei, die handelsverzerrende Zuckermarktpolitik von Drittstaaten wie Thailand, Indien und Pakistan hinzunehmen. Deren Überproduktion sei für die drastischen Preiseinbrüche hauptverantwortlich, so CEFS und EFFAT. Erklärungen der EU-Kommission, dass die europäische Zuckerwirtschaft allein verantwortlich für die derzeitigen Probleme sei, zeugten von „elender Ignoranz“, so die beiden Verbände. Sie werfen vielmehr Thailand vor, durch einen exzessiven Ausbau seiner Zuckerproduktion hauptverantwortlich für die derzeitige schlechte Lage auf dem Weltmarkt zu sein. Indien und Pakistan würden die Situation durch Exportsubventionen weiter verschlimmern. Hinzu käme der Produktionsanstieg in der EU aufgrund des Wegfalls der EU-Quoten. Gegenwärtig sei der Zuckerpreis auf dem niedrigsten Niveau seit zwölf Jahren. Sowohl die Zuckerrübenproduzenten als auch die Verarbeiter hätten große Schwierigkeiten, kostendeckend zu wirtschaften.

Unter Führung Italiens hatte eine Reihe von Mitgliedstaaten die EU-Kommission ebenfalls aufgefordert, dem betroffenen Sektor unter die Arme zu greifen. Beim Treffen der Agrarminister am Montag in Luxemburg verlangte die italienische Delegation „Sondermaßnahmen zur Marktstützung“. Gegenwärtig liege der Preis für Weißzucker in Europa auf einem Rekordtief von 346 €/t. Spaniens Landwirtschaftsminister Luis Planas Puchades appellierte an EU-Agrarkommissar Phil Hogan, Zucker im Zuge einer Krisenintervention einzulagern und so den Markt zu stabilisieren. Auch Frankreich, Polen, Rumänien, Ungarn und Griechenland forderten Brüssel hier zum Handeln auf. Derweil zeigten sich vor allem Deutschland, Dänemark und die Slowakei im Hinblick auf mögliche Markteingriffe eher zurückhaltend. Sie verwiesen da­rauf, dass erst im vergangenen Herbst die Zuckerquote abgeschafft worden sei. Daher seien Sondermaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Agrarkommissar Hogan zeigte sich ebenfalls skeptisch. AgE