Engpass bei der Melasseversorgung erwartet

Nicht nur den Zucker steuern die Zuckerrüben zum Teig bei – doch hier droht ein Engpass: Die deutschen Hefehersteller müssen sich da­rauf einstellen, dass mit der Melasse ihr wichtigster Rohstoff knapp wird.

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Als Grund für den drohenden Engpass nennt der Deutsche Verband der ­Hefeindustrie Marktverwerfungen durch den Wegfall der EU-Zuckermarktordnung. Zudem stehe aus der dürrebedingt sehr kleinen Rübenernte 2018 viel weniger zur Verfügung. „Die Hersteller von Backhefe betrachten die eingeschränkte Verfügbarkeit von Melasse mit Sorge“, so Geschäftsführer Dr. Markus Weck. Schon jetzt sei festzustellen, dass sich die Weltmarktpreise für Rohrmelasse nahezu verdoppelt hätten. Dass Tierfutterhersteller verstärkt Rübenmelasse statt Rohrmelasse einsetzten, heize die Preise zusätzlich an. Auch die Konkurrenz der Hefehersteller zu den Produzenten von Agraralkohol verschärfe die Situation auf dem Zuckermarkt. Ein erheblicher Teil der Melasse wandere nämlich als Biosprit in den Tank und stehe damit der Lebensmittelindustrie nicht mehr zur Verfügung. Wie eine Sprecherin vom Deutschen Verband der ­Hefeindustrie auf Nachfrage von Agra-Europe mitteilte, lässt sich derzeit noch nicht absehen, ob die enge Melasseversorgung Auswirkungen auf Produktionsmengen und Preise bei der Hefe haben wird.