Entnahme: Keine Bedrohung für Bestand

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Dem Wolfsbestand in Deutschland droht durch eine kontrollierte Entnahme von Wölfen grundsätzlich keine Gefahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) im Auftrag des Bundeslandes Niedersachsen angefertigt hat. „Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass die kontrollierte Entnahme von Wölfen angesichts eines stetig wachsenden Bestandes grundsätzlich keine Gefährdung für den Wolfsbestand in Deutschland mit sich bringt“, erklärte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies am Donnerstag vergangener Woche anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse. Einzige Voraussetzung sei eine ständige Kontrolle durch ein „weiterhin engmaschiges und systematisches Monitoring“. Nach Angaben des Umweltministeriums belegt die Studie, dass auch unter der Annahme verschiedenster Szenarien, etwa unvorhergesehener Naturkatastrophen, mit einer exponentiellen Zunahme der Wölfe in Deutschland zu rechnen ist.

Nach Angaben des niedersächsischen Umweltressorts hat die Studie Populationsgefährdungsanalysen für den Wolfsbestand in Niedersachsen und das restliche Deutschland durchgeführt und die theoretischen Entwicklungen in den kommenden 30 Jahren modelliert. Ziel sei es, anhand von insgesamt 23 verschiedenen Szenarien die Bedeutung diverser Einflussfaktoren zu quantifizieren. Ein Standardszenario beschreibt laut Ministerium die Entwicklung des Wolfsbestandes auf Grundlage der bisherigen tatsächlichen Entwicklung und von Literaturwerten. Demnach lassen sich die festgestellten Wolfsterritorien in Deutschland in den Monitoringjahren 2000/01 bis 2020/21 sehr gut mit einer exponentiellen Zunahme beschreiben. Entsprechend würde die maximale Kapazitätsgrenze von 1 408 Territorien in Deutschland gemäß der Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2030 erreicht werden. Dem Ministerium zufolge belegt die Studie, dass der Wolf unter den aktuellen Bedingungen bis 2030 alle potenziellen Lebensräume in Deutschland besiedeln würde, weil sich der Bestand „prächtig und ohne Hilfe vermehrt“. Deutlich wird demnach ferner, dass der Wolf aktuell weder in Deutschland noch in Niedersachsen eine gefährdete Art ist und die bisherigen Managementmaßnahmen von langfristigen Auswirkungen auf den Bestand „weit entfernt“ sind. Den höchsten Einfluss auf die Bestandsentwicklung haben gemäß der Studie erhöhte Mortalitäten von territorialen Wölfen und auf Wanderschaft befindlichen Individuen.

AgE