Trotz niedriger Speicherfüllstände ist die Versorgungssicherheit in Deutschland mit Gas weiterhin gewährleistet. Das geht aus der aktuellen Lagebewertung der Bundesnetzagentur (BNetzA) hervor. In den ersten Februartagen war der Füllstand unter die 30-%-Marke gefallen; im Vorjahr waren die Speicherstätten bis dahin noch mehr als zur Hälfte gefüllt. Dass gleichzeitig der Verbrauch wegen des ungewöhnlich kalten Winters weiterhin hoch ist, hatte in Deutschland Sorgen vor einer etwaigen Mangellage befeuert.
Solche Sorgen hält die BNetzA allerdings für unbegründet. Die Behörde schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick weiterhin als gering ein. Nicht zuletzt, weil Deutschland als Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine seine Importmöglichkeiten ausgeweitet hat. Gas könne nicht nur über Pipelines aus Norwegen, sondern auch in großen Mengen über LNG-Terminals bezogen werden. Weitere Importmöglichkeiten seien zudem über Frankreich und Belgien erschlossen worden.
Dass auch landwirtschaftliche Betriebe nicht mit einer Unterbrechung der Gasversorgung rechnen müssen, bestätigte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Wirtschaft GmbH (ISW), Andreas Stärk, gegenüber Agra-Europe (AgE). Bei Propan gebe es keinerlei Engpässe in der Versorgung, sagte Stärk am Freitag vergangener Woche. Die Beschaffungspreise auf dem Spotmarkt seien „im üblichen Ausmaß bei erhöhter Nachfrage leicht gestiegen“. Bei Methan beziehungsweise Erdgas hätten die Preise auf dem Spotmarkt zuletzt deutlich angezogen, während die Kontraktpreise bisher nicht reagiert hätten, berichtete Stärk. Der Fachverband Biogas kritisierte unterdessen, dass das Potenzial der heimischen Biogaserzeugung weiterhin nicht ausgeschöpft wird.
AgE