Seit mehr als vier Wochen sind die Landwirte im Rheinland mit Hochdruck dabei, Weizen und Raps von den Feldern zu holen. Nach fast zweiwöchiger Zwangspause konnten die Mähdrescher am Wochenende wieder auf Hochtouren laufen. Trotz intensiver Bemühungen mit langen Arbeitstagen bis spät in die Nacht stehen aufgrund der ungünstigen Witterung noch rund 25 % des Getreides auf den Feldern, berichtete der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) am Dienstag dieser Woche.
Die Erntearbeiten würden immer mehr zum Nervenspiel. Die Aussicht, trockenes, lagerfähiges Getreide einzufahren, werde von Regenschauer zu Regenschauer geringer. Mit jedem weiteren Tag der Ernteverzögerung sinke die Qualität des Getreides und die Ertragsverluste stiegen, so der RLV. Ob die bisherige Schätzung der diesjährigen Weizenernte von rund 85 dt/ha tatsächlich erreicht werden könne, sei ungewiss. Fest stünde, dass der wichtige Qualitätsparameter „Fallzahl“ immer niedriger ausfällt, da das Getreide durch die Regenfälle am Halm vermehrt zu keimen beginne. Das noch zu erntende Getreide und auch die zuletzt geernteten Mengen erreichen daher nach Angaben des Verbandes nicht mehr die Qualität von Brotgetreide. Ein Großteil der Weizenernte müsse als Futtermittel verarbeitet werden oder könne gegebenenfalls als nachwachsender Rohstoff in der Stärkeindustrie einer weiteren industriellen Verwertung zugeführt werden.
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Ernte im Stop-and-go-Modus
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