Erstmals begrüßte am Mittwoch vergangener Woche Johannes Küppers als Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach die vielen Gäste, die zum gemeinsamen Erntedankempfang mit den Rheinischen LandFrauen Kreisverband Rhein-Kreis Neuss/Stadt Mönchengladbach ins Kulturzentrum Sinsteden nach Rommerskirchen gekommen waren. Er verdeutlichte die ambivalente Einordnung der Landwirtschaft – während der Coronapandemie als systemrelevant anerkannt, durch den Ukrainekrieg und den damit einhergehenden Energiepreisanstieg unter Druck geraten und vor Herausforderungen beim Erhalt landwirtschaftlich genutzter Flächen. Auch der Regen habe sich im Kreis auf Erntemenge und -qualität ausgewirkt. „Auch jetzt stehen noch Kartoffeln, Zuckerrüben und Möhren im Feld – die Wetterlage lässt im Moment keine Ernte zu“, erklärte er. Trotzdem feiere man Erntedank. „Wir Landwirte sind nach wie vor optimistisch, wir hoffen immer! Sonst würden wir nicht weiter pflanzen und säen“, betonte Johannes Küppers.
Der Kreisdirektor des Rhein-Kreises Neuss Dirk Brügge nutzte den Rahmen, um in seinem Festvortrag den Landwirten und Landfrauen für ihr Engagement zu danken: „Wir hier im Kreis wissen, was wir an Ihnen haben!“ Den Strukturwandel im Kreis sieht er als Jahrhundertaufgabe, bei dem man auf etwas aufbauen könne, wofür die Region seit jeher steht: Stärke, Innovationskraft und Mut. „Unsere Landwirtschaft ist hier ein Leuchtturmbeispiel“, unterstrich Dirk Brügge. Eine mit dem Strukturwandel einhergehende Herausforderung ist die Flächennutzung. Der Kreisdirektor erklärte, am Beispiel des Hyperscale-Rechenzentrums die Zwickmühle dieses Übergangs hin zum Digitalisierungsstandort, der nicht immer darauf warten kann, dass „graue Flächen“ frei werden, und dann doch auf Ackerflächen zugreift. Im Abwägungsprozess stelle sich immer die Frage: „Ist das vertretbar?“. Der Flächenverbrauch könne auch an den Punkt führen, dass „es mit der Versorgungssicherheit vorbei“ sei.
Dr. Juliane Wahode überreichte anschließend den Absolventen ihre Urkunden (siehe S. 56) und erklärte, wie vielfältig die Ausbildungsmöglichkeiten in den grünen Berufen sind. Gaby Kamp, Vorsitzende des Kreisverbands der Rheinischen LandFrauen, unterstrich beim Blick in die Zukunft: „Ich habe hier jetzt viele junge, gut ausgebildete Leute gesehen. Wenn jetzt noch der politische Rahmen stimmen würde, bräuchten wir uns keine Sorgen zu machen.“
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