Eröffnung mit eigenem Krätzje

Foto: Kathrin Fries

Eigentlich hätte Gaby Kamp als Kreisvorsitzende die große Runde schon vor zwei Jahren zum Kreislandfrauentag begrüßen wollen, doch wurde das Treffen damals kurzfristig abgesagt – als Nachwirkungen der Pandemie waren die Anmeldezahlen zu gering für eine Durchführung gewesen. Am 20. April holten die Landfrauen Neuss-Mönchengladbach und ihre Ehrengäste die Veranstaltung aber umso zahlreicher in Haus Schellen in Korschenbroich nach.

 

Direkt zu Beginn hatten „De MusikBocks“ aus Zons eine Überraschung parat: Extra zu den Landfrauen und ihrem Thema „Das Wir im Blick“ hatten sie ein Krätzje geschrieben. Frontfrau und Sängerin Maria Decker, die mit ihrem Mann Leo und den beiden Brüdern Gerd und Jakob Bock sonst Lieder und Geschichten über ihre Heimatstadt zum Besten gibt, ist selbst aktive Landfrau, sodass der Text (siehe Kasten) bei den Zuhörerinnen voll ins Schwarze traf.

 

Gemeinsam begrüßten Gaby Kamp und ihre Stellvertreterin Ria Lehnen nach dem musikalischen Auftakt ihre Landfrauen, die Abordnungen aus den Nachbarkreisverbänden und die Ehrengäste.

 

Das WIR im Blick

 

Mit dabei war auch RhLV-Präsidentin Jutta Kuhles, die als Referentin über das Motto „Das WIR im Blick“ sprach. „Es wundert, glaube ich, niemanden hier im Saal, dass gerade Landfrauen das Wort WIR großgeschrieben haben – weil sie es schlicht und ergreifend gut im Blick haben und mit Leben füllen“, unterstrich sie. Landfrauen seien fürei­­nan­der da und setzten gemeinsame Impulse, von der Orts- bis zur Bundesebene. „Landfrauen genießen und fördern ein Mitei­­nan­der.“

 

Bei einer Umfrage hätten kürzlich Landfrauen aus dem ganzen Bundesgebiet auf die Frage, was ihnen bei den Landfrauen wichtig sei, sowohl in der Altersgruppe über 40 als auch unter 40 auf Platz 1 die Gemeinschaft gesetzt. Das Wir im Blick bedeutet laut Jutta Kuhles in letzter Konsequenz auch, nicht nur die eigene Ortsgruppe, sondern auch die Kreis-, Landes- und Bundesebene zu sehen. „Es heißt aber auch, sich zu fragen, wie offen wir im Verband sind – für Annette, Agnieszka und Ajla.“ Auch Solidarität, Kompromissfähigkeit, Streitbarkeit und Versöhnlichkeit nannte Jutta Kuhles als Kernpunkte. Das Motto bedeute für jede Landfrau etwas Unterschiedliches, „aber grundsätzlich geht es darum, sich innerhalb einer Gemeinschaft wohlzufühlen“, brachte sie es auf den Punkt. Mit einem Rundumblick über Landfrauenveranstaltungen, aber auch politische Themen, die aktuell auf der Agenda stehen, umriss sie, wofür diese starke Gemeinschaft steht. „Eine Gemeinschaft, in der Pläne geschmiedet, Projekte entwickelt und – das ist das große Plus von Landfrauen – verbindlich umgesetzt werden“, betonte Jutta Kuhles.

 

Mit nachdenklichen Worten blickte die RhLV-Präsidentin auf die vergangenen Wochen und Monate des Weltgeschehens zurück. „An dieser Stelle ist es mir wichtig, noch mal zu betonen, dass wir uns als Landfrauen gemeinsam, gemeinschaftlich, vehement gegen Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus und gewaltsame unmenschliche Unterdrückung von Minderheiten stellen“, sagte Jutta Kuhles. Dazu soll das Angebot „Demokratie – nicht ohne dich!“ den Landfrauen die Fähigkeit vermitteln, im öffentlichen Raum sprachfähig zu bleiben bei Hass im Netz, populistischen Parolen oder antifeministischen Äußerungen.

 

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