Erste Prognose nicht zu halten

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Vor dem Hintergrund der nur dürftigen Erträge bei der Gerste und den ersten Druschergebnissen bei den anderen Fruchtarten hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Erwartung für die gesamte Getreideernte heruntergeschraubt. Die für dieses Jahr bei der Erntepressekonferenz am 1. Juli prognostizierten 42 Mio. t werden deutlich unterschritten, stellte der DBV am Freitag vergangener Woche in seinem ersten Erntebericht für 2024 fest. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht aktuell von 41,5 Mio. t aus; im Vorjahr wurden in Deutschland 42,6 Mio. t Getreide einschließlich Körnermais gedroschen.

 

Das mittlere Ertragsniveau für die Wintergerste schätzt der Bauernverband, der sich dabei auf Meldungen aus den18 Landesbauernverbänden beruft, vorläufig auf 7,0 t/ha, womit dieses spürbar niedriger als 2023 mit 7,4 t/ha ausgefallen wäre. Die Gesamterntemenge dürfte sich damit laut DBV auf nur etwa9,2 Mio. t belaufen; das wären trotz einer um rund 3 % größeren Anbaufläche 300 000 t weniger als im Vorjahr. Der DRV ist für die Wintergerste noch pessimistischer und geht von nur 9,0 Mio. t aus.

 

Skeptisch gibt sich der Bauernverband auch im Hinblick auf die Qualität der geernteten Wintergerstenpartien. Die nach der anhaltenden Nässe im Frühjahr und im Frühsommer gehegten Befürchtungen, dass die Qualitäten leiden würden, scheinen sich zu bestätigen, so der DBV. Insbesondere Schmachtkorn sowie niedrige Hektolitergewichte wirkten sich qualitäts- und ertragsmindernd aus. Auch der Pilzbefall sei dieses Jahr außergewöhnlich hoch und schmälere die Qualitäten.

 

Bei den anderen Druschfruchtarten sind laut dem Bauernverband bisher nur wenige Flächen geräumt worden. Auch für den Raps lägen noch keine aussagekräftigen Zahlen vor. Jedoch sieht der DBV beim Thema Rapserdfloh einen kleinen Silberstreif am Horizont. Für Regionen mit Starkbefall wurden im Jahr 2023 erstmals Notfallzulassungen für zwei neue Insektizide erteilt. Erste Erfahrungen belegten eine gute Wirksamkeit, stellte der Verband jetzt fest.

 

Im Hinblick auf die Winterrapsaussaat zur Ernte 2025 erklärte der DBV, dass diese von der erfreulichen Entwicklung auf den Märkten positiv beeinflusst werden dürfte. Seit Jahresstart habe sich die Preisschere zwischen den Vorkontraktpreisen für Raps und Brotweizen merklich vergrößert, so der DBV. Abzulesen ist diese Entwicklung auch an den in Paris gehandelten Terminkontrakten: Während sich dort der September-2025-Future für Weizen seit dem Hoch gegen Ende Mai um mehr als 10 % auf zuletzt rund 230 €/t verbilligte, gab der August-2025-Kontrakt für Raps in dieser Zeit nur um 3,5 % auf 473 €/t nach.

 

AgE