SGFZ: Task-Force-Maßnahmen zeigen Wirkung
Die Maßnahmen der „Task-Force“, die von der Südzucker AG vor zwei Jahren zur Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade (SGFZ) als Überträger der Pflanzenkrankheiten Stolbur und SBR gegründet wurde, zeigen erste Wirkung. Darauf hat das Unternehmen Südzucker vergangene Woche bei einem SBR-Gipfel im Werk Offenau hingewiesen. Die süddeutsche SBR-Task-Force setzt auf einen integrierten Ansatz in der Bekämpfung des Insekts. Dieser besteht aus Maßnahmen zur Ernährung, Stärkung sowie Gesunderhaltung der Pflanzen und der Fruchtfolge. Hinzu kommt der Einsatz von robusteren Sorten sowie von Insektiziden.
Die Task-Force sieht sich allerdings noch auf einem langen Weg bis zum endgültigen Durchbruch. Um das Vorgehen zu beschleunigen, fordert sie von der Politik insbesondere die reguläre Zulassung wirksamer Insektizide, darüber hinaus die Anpassung der GLÖZ-Regelungen mit der Ermöglichung von Schwarzbrachen. Gebraucht würden außerdem die Unterstützung der Forschung zu Anbausystemen, zur Lagerfähigkeit und zur Verarbeitungsqualität von Zuckerrüben sowie die Forschungsförderung zu biologischen und biotechnischen Bekämpfungsverfahren. Hohe Priorität bei der Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade hat für die Task Force die Züchtungsforschung. Der Anbau toleranter oder resistenter Sorten sei ein zentraler Baustein des Pflanzenschutzes. Der Präsident des Julius Kühn-Instituts (JKI), Prof. Frank Ordon, sieht die Züchtungsforschung aber noch vor großen Herausforderungen. Es sei „züchterisch sehr komplex“, Resistenzen beziehungsweise Toleranzen in die Pflanzen zu züchten.
„Die Rübenerträge und Zuckergehalte der aktuellen Rübenkampagne liegen über Vorjahresniveau, und die Population der Schilf-Glasflügelzikade konnte 2025 verringert und somit der Infektionsdruck reduziert werden“, stellte der Leiter der Task-Force, Dr. Georg Vierling von Südzucker, fest. Nach Ansicht von Vierling werden aber auch für 2026 Notfallzulassungen als Teil des integrierten Bekämpfungsansatzes notwendig sein, um die Zikadenpopulation zu verringern. Er gab sich optimistisch, dass dies für 2026 gelingen werde.
AgE