Die erste deutsche Forschungsanlage für Agri-Photovoltaik (PV) im Obstbau hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) mit weiteren Forschungspartnern auf dem Bio-Obsthof Johannes Nachtwey in Gelsdorf errichtet. Wie das ISE erklärte, soll das auf fünf Jahre angelegte Projekt dazu beitragen, die Klimaresilienz im Obstbau zu steigern. Außerdem gehe es darum, eine sichere und nachhaltige Apfelproduktion mit zusätzlicher Solarstromerzeugung zu gewährleisten. Die Gesamtversuchsfläche umfasse rund 9 100 m². Auf etwa einem Drittel des Areals sei die Agri-PV-Anlage mit einer Leistung von 258 kWp installiert. Zunächst wollen die Forscher die Apfelerzeugung unter vier unterschiedlichen Kulturenschutzsystemen vergleichen: Getestet wird laut ISE die Produktion mit fest installierten, lichtdurchlässigen, aber nicht regendurchlässigen PV-Modulen, mit nachgeführten und bei Bedarf regendurchlässigen PV-Modulen sowie unter nicht regendurchlässigem Folienschutz und unter regendurchlässigem Hagelschutz. Zum Einsatz kämen zwei Modultypen mit Solarzellen im Streifen- und Blockmuster. Untersucht werde unter anderem, inwiefern Agri-PV-Anlagen die Pflanzen und Früchte vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Hagel, Starkregen, Sonnenbrand, Frost oder extremen Temperaturen bewahren könnten. Darüber hinaus stünden die Wirkungen des Lichtmanagements auf das Pflanzenwachstum und die Agrarerträge im Fokus. Weitere Forschungsaspekte seien die Wirtschaftlichkeit, Landschaftsästhetik und Sozialverträglichkeit.