In vielen Milchviehbetrieben liefert Grünland die Basis der Fütterung. Doch die Ertrags- und Qualitätspotenziale sind häufig noch nicht ausgeschöpft. Welche Reserven genutzt werden können, um Milch kostengünstiger zu produzieren, darüber diskutierten Wissenschaftler, Berater und Landwirte im Rahmen der DLG-Grünlandtagung am 22. Juni in Bitburg. Annegret Keulen berichtet von der Veranstaltung mit anschließender Exkursion.
Rund 30 % der Futtermenge, die auf einer Grünlandfläche wächst, gehen auf dem langen Weg von der Ernte, über die Silierung und Futtervorlage bis zum Pansen der Kuh verloren. „Da macht es ökonomisch Sinn, viel am Grundfutter zu arbeiten und zu verbessern“, betonte Prof. Hubert Spiekers, Leiter des Institutes für Tierernährung und Futterwirtschaft an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub. Als ersten Schritt empfahl der Referent die Ertragserfassung des Erntegutes: „Ertragskontrolle ist für mich die Milchkontrolle des 21. Jahrhunderts“, so Spiekers. Für die Fütterung von Milchkühen sei es notwendig, gute Qualitäten mit einer hohen Sicherheit zu erreichen. Wenn – wie auf der Anreise nach Bitburg vielfach zu sehen – jetzt noch der erste Schnitt auf den Flächen stehe, sei das nicht gewährleistet, erläuterte der ehemalige Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer NRW. Darüber hinaus beleuchtete er auch die Eiweißqualität des Grobfutters. So könne der Einsatz von Grascobs in der Ration den Anteil des nutzbaren Rohproteins (nXP) verbessern und dazu beitragen, Eiweißkonzentrate einzusparen. Allerdings sei der Preis der Grascobs entscheidend für ihren ökonomisch sinnvollen Einsatz.
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